Während das Management von Glencore über ein neues Zweitlisting in Down Under nachdenkt, braut sich vor Ort handfester Ärger zusammen. An der wichtigen Kupferraffinerie in Townsville droht bereits am Freitag ein Streik der Belegschaft. Kann der Rohstoffriese den operativen Stillstand in letzter Minute abwenden?

Tarifkonflikt trifft auf Börsenpläne

Die australische Gewerkschaft AWU macht ernst: Sollte die heutige Verhandlungsrunde am Donnerstag scheitern, legen die Arbeiter der Raffinerie in Queensland am morgigen Freitag die Arbeit nieder. Seit fast einem Jahr streiten die Parteien über einen Inflationsausgleich bei den Löhnen. Für Glencore steht operativ einiges auf dem Spiel, denn die Anlage ist ein zentraler Baustein der Infrastruktur und produziert jährlich bis zu 300.000 Tonnen Kupferkathoden.

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Paradoxerweise rückt Australien für den Konzern gerade jetzt strategisch verstärkt in den Mittelpunkt. CEO Gary Nagle prüft aktuell ein Zweitlisting an der australischen Börse (ASX). Nach den im Februar beendeten Übernahmegesprächen mit Rio Tinto soll ein solcher Schritt die Aktionärsbasis verbreitern und helfen, die Bewertungslücke zu Konkurrenten wie BHP zu schließen.

Solide Zahlen stützen den Aufwärtstrend

Trotz der operativen Störfeuer zeigt sich das Fundament des Unternehmens robust. Die am Dienstag präsentierten Jahreszahlen für 2025 wiesen zwar einen Rückgang des bereinigten EBITDA um sechs Prozent auf 13,5 Milliarden US-Dollar aus, was primär auf gesunkene Kohlepreise zurückzuführen war. Das Marketing-Geschäft lieferte mit einem operativen Ergebnis von 2,9 Milliarden US-Dollar jedoch exakt die prognostizierte Stabilität.

Anleger reagieren auf die gemischte Nachrichtenlage aus Streikdrohung und soliden Zahlen bislang äußerst gelassen. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 6,04 Euro notiert der Titel lediglich 1,5 Prozent unter seinem erst Anfang März markierten 52-Wochen-Hoch. Ein starkes Kursplus von über 27 Prozent seit Jahresbeginn unterstreicht, dass der Markt die strategische Ausrichtung des Unternehmens honoriert.

Unabhängig vom Ausgang der aktuellen Tarifverhandlungen in Queensland hält Glencore strikt an seiner langfristigen Wachstumsstrategie fest. Bis 2028 soll die Kupferproduktion auf über eine Million Tonnen klettern, flankiert von einem Milliarden-Sparprogramm, das bis Ende 2026 seine volle Wirkung entfalten wird. Ein erfolgreicher Abschluss der heutigen Gespräche in Townsville ist nun die unmittelbare Voraussetzung, um operative Reibungsverluste auf diesem Weg zu verhindern.

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