Glencore Aktie: Streik trifft Kupferstrategie
Mitten in einem strategischen Umbau legt Glencore ein Arbeitskampf kalt — zumindest in Townsville. Seit Freitagmorgen streiken Arbeiter der dortigen Kupferraffinerie in Queensland, nachdem fast ein Jahr Lohnverhandlungen ohne Ergebnis geblieben sind.
Der Konflikt dreht sich um ein Angebot, das je nach Perspektive kaum unterschiedlicher interpretiert werden könnte. Glencore spricht von 15 Prozent über vier Jahre. Die Australian Workers' Union sieht die tatsächliche Erhöhung bei rund 3 Prozent — und das trotz eines staatlichen Rettungspakets von 600 Millionen australischen Dollar für die Raffinerie. Eine letzte Verhandlungsrunde am gestrigen Donnerstag scheiterte, der Streik begann heute Morgen um 8 Uhr.
Kupferproduktion bereits unter Druck
Der Ausstand kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die eigene Kupferproduktion fiel 2025 bereits um 11 Prozent auf 851.600 Tonnen — am unteren Ende der revidierten Guidance. Grund waren Probleme an der chilenischen Collahuasi-Mine, wo niedrigere Erzgehalte und Wasserknappheit die Förderung bremsten. Die Produktionsprognose für 2026 musste Glencore daraufhin von ursprünglich 930.000 auf 810.000 bis 870.000 Tonnen senken.
Mittelfristig bleibt das Kupferziel ambitioniert: Bis 2028 peilt das Unternehmen eine annualisierte Produktion von über einer Million Tonnen an, bis 2035 sogar rund 1,6 Millionen Tonnen. Wie lange der Streik in Townsville andauert, entscheidet mit darüber, wie glaubwürdig dieser Wachstumspfad bleibt.
Portfolioumbau läuft parallel
Abseits des Arbeitskampfs treibt Glencore seinen Portfolioumbau voran. Der geplante Verkauf der 70-Prozent-Beteiligung an Kazzinc, einem kasachischen Zink- und Goldproduzenten, könnte zwischen vier und 4,5 Milliarden US-Dollar einbringen. Zudem hat Glencore im Rahmen einer operativen Überprüfung den Abbau von rund 1.000 Stellen eingeleitet und Einsparungspotenziale von einer Milliarde US-Dollar identifiziert, die bis Ende 2026 realisiert werden sollen.
Das Gesamtbild bleibt trotz der aktuellen Störung solide. Das bereinigte EBITDA lag 2025 bei 13,5 Milliarden US-Dollar — die zweite Jahreshälfte zog dabei um 49 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr an, getrieben durch steigende Metallpreise. Die Aktie hat diesen Rückenwind gespürt: Mit einem Plus von knapp 29 Prozent seit Jahresbeginn notiert sie nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,13 Euro.
Die Hauptversammlung ist für den 28. Mai 2026 geplant — bis dahin dürfte der Ausgang des Streiks in Townsville die operative Agenda bestimmen.
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