Der Düsseldorfer Pharmaverpackungsspezialist steckt tief in der Krise. Während die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen wegen Bilanzunregelmäßigkeiten massiv ausweitet und der Jahresabschluss verschoben werden muss, reagiert die Aktie mit einem dramatischen Kursverfall. Doch mitten in diesem Szenario sorgt der Einstieg eines neuen Großinvestors für Fragen: Handelt es sich um eine strategische Wette auf den Turnaround oder den Beginn einer Zerschlagung?

BaFin findet neue Fehlerquellen

Die Lage für Gerresheimer wird zunehmend ungemütlich. Ende Februar hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Druck deutlich erhöht. Statt nur den Abschluss 2024 zu prüfen, untersuchen die Aufseher nun parallel auch den Halbjahresbericht 2025. Die Behörde sieht „konkrete Anhaltspunkte“ für Verstöße.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen potenziell falsch verbuchte Umsätze durch sogenannte „Bill-and-Hold“-Geschäfte, bei denen Erlöse vor der eigentlichen Warenlieferung in die Bücher genommen wurden. Zudem zweifelt die BaFin an der korrekten Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten über 65,5 Millionen Euro sowie aktivierten Entwicklungskosten von fast 30 Millionen Euro. Das Unternehmen räumte bereits ein, dass interne Richtlinien verletzt wurden, was Korrekturen bei Umsatz und Vorräten notwendig macht.

Prognosesenkung und Kurssturz

Die operativen Folgen dieses Kontrollverlusts sind gravierend. Gerresheimer musste die Veröffentlichung des Jahresabschlusses auf den 31. März verschieben und gleichzeitig die Prognose kappen. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nun nur noch zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet. Zudem belasten geplante Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro das Ergebnis, was einen Jahresverlust möglich macht.

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Der Kapitalmarkt reagierte mit einem massiven Abverkauf. Die Aktie, die erst kürzlich bei 15,57 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markierte, hat seit Jahresanfang 38,53 Prozent an Wert eingebüßt. Aktuell notiert das Papier bei 17,04 Euro und damit weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 82 Euro. Der enorme Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von fast 50 Prozent unterstreicht die technische Beschädigung des Titels.

Notverkauf des Tafelsilbers?

Um die Bilanz zu stabilisieren und Schulden abzubauen, bereitet das Management radikale Schritte vor. Zur Disposition steht die US-Tochter Centor, die im Bereich Kunststoffverpackungen tätig ist. Brisant daran: Centor gilt als hochprofitabel. Ein Verkauf würde zwar kurzfristig Liquidität bringen, aber die langfristige Margenstruktur des Konzerns schwächen. Die Investmentbank Morgan Stanley wurde bereits beauftragt, den Verkaufsprozess zu leiten.

Überraschender Einstieg

Trotz – oder gerade wegen – dieser turbulenten Gemengelage positioniert sich ein neuer Akteur. Der Investor CastleKnight meldete Anfang März eine Beteiligung von 4,08 Prozent. Marktbeobachter werten dies als mögliches Indiz dafür, dass opportunistische Investoren den aktuellen Ausverkauf als übertrieben ansehen oder auf eine lukrative Zerschlagung einzelner Unternehmensteile spekulieren.

Der 31. März wird nun zum entscheidenden Datum. Liefert Gerresheimer den testierten Jahresabschluss fristgerecht und kann die BaFin-Vorwürfe entkräften, wäre eine Bodenbildung denkbar. Verzögert sich der Bericht erneut oder tauchen weitere Bilanzlöcher auf, droht dem Unternehmen weiteres Ungemach.

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