Gerresheimer Aktie: Radikaler Neustart
Der Pharma-Verpackungsspezialist hat ein desaströses Jahr hinter sich, gekrönt von einer schmerzhaften Bilanzkorrektur kurz vor Weihnachten. Mit einem Kursminus von über 62 Prozent auf Jahressicht und einer Bewertung deutlich unter dem Buchwert steht das Unternehmen mit dem Rücken zur Wand. Anleger stellen sich nun die entscheidende Frage: Bietet der harte Konzernumbau unter neuer Führung eine echte Einstiegschance oder überwiegen weiterhin die Risiken?
Bilanzkorrektur belastet Vertrauen
Das ohnehin angeschlagene Sentiment erhielt am 22. Dezember einen weiteren Dämpfer. Eine externe Prüfung deckte auf, dass die Umsatzrealisierung bei sogenannten „Bill-and-Hold“-Geschäften systematisch nicht den IFRS-Regeln entsprach. Der Vorstand musste daraufhin zurückrudern: Für das Geschäftsjahr 2024 werden rund 18 Millionen Euro Umsatz und 5 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA gestrichen.
Zwar mag der finanzielle Umfang auf den ersten Blick überschaubar wirken, doch der Schaden an der Glaubwürdigkeit wiegt schwer. Positiv ist lediglich, dass das Management diese Praxis nun konsequent beendet, um künftig saubere Bücher zu garantieren. Bereits im ersten Halbjahr 2025 verbuchte Erlöse aus solchen Geschäften werden in den kommenden Publikationen korrigiert.
Strategische Neuausrichtung läuft
Um den freien Fall der Aktie zu stoppen, treibt der seit Ende Oktober amtierende Interims-CEO Uwe Röhrhoff den Konzernumbau aggressiv voran. Kernstück der Strategie ist die Trennung vom „Moulded-Glass“-Geschäft. Der Verkaufsprozess für diese Sparte, die zuletzt rund 735 Millionen Euro zum Umsatz beisteuerte, soll noch in diesem Jahr starten.
Diese Maßnahme verfolgt zwei klare Ziele:
* Schuldenabbau: Der Verkaufserlös würde die Bilanz signifikant entlasten.
* Fokussierung: Gerresheimer will sich künftig rein auf margenstärkere Pharma- und Biotech-Lösungen konzentrieren.
Unterstützt wird dieser Kurs durch den neuen Aufsichtsrat Klaus Röhrig von der Active Ownership Group, was den Druck auf eine zügige Umsetzung der Maßnahmen erhöht.
Bewertung und operative Signale
Operativ versucht das Unternehmen, den Blick nach vorne zu richten. Auf der jüngsten Pharmapack-Messe in Paris präsentierte der Konzern neue digitale Lösungen für Autoinjektoren, um vom Trend zur Heimbehandlung und komplexen Biologika zu profitieren.
Fundamental betrachtet preist der Markt derzeit ein Worst-Case-Szenario ein. Mit einer Marktkapitalisierung von nur noch 860 Millionen Euro wird das Unternehmen mit weniger als der Hälfte seines Jahresumsatzes bewertet (KUV 0,39). Selbst das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei extrem niedrigen 0,63. Analysten sehen mit einem durchschnittlichen Kursziel von gut 34 Euro deutliches Aufholpotenzial, sofern das Vertrauen zurückkehrt.
Der 26. Februar 2026 markiert das nächste wichtige Datum im Kalender. Bei der Vorlage der Quartalszahlen muss das Management belegen, dass die operative Wende trotz der Aufräumarbeiten in der Bilanz gelingt. Ein erfolgreicher Start des Verkaufs der Glassparte könnte dann den notwendigen Impuls für eine Neubewertung liefern.
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