Die BaFin hat eine offizielle Bilanzkontrolle der Gerresheimer AG eingeleitet – und das trifft den Pharmazulieferer in einem bereits kritischen Moment. Interne Bilanzfehler, ein verschobener Jahresabschluss und ein neuer Interims-Chef: Die Aufarbeitung läuft auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

Prüfung ausgeweitet – Behörde sieht konkrete Anhaltspunkte

Am 25. Februar machte die Finanzaufsicht publik, dass konkrete Anhaltspunkte für Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften vorliegen. Im Fokus stehen der Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum Dezember 2024 bis Mai 2025 sowie der reguläre Jahresabschluss zum Stichtag 30. November 2024 inklusive Lagebericht. Die bestehende Anlassprüfung wurde damit erheblich ausgeweitet.

Was das konkret bedeutet: Stellt die BaFin wesentliche Fehler fest, muss das Unternehmen diese öffentlich korrigieren. Für Anleger bleibt damit bis auf Weiteres unklar, wie die tatsächliche Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns aussieht.

Interne Krise als Ausgangspunkt

Das behördliche Eingreifen ist nicht aus dem Nichts entstanden. Bereits im Februar hatte das Management die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 verschoben, nachdem intern festgestellt wurde, dass einzelne Mitarbeiter Bilanzierungsvorgaben verletzt hatten. Eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde mit der Aufarbeitung beauftragt.

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Begleitet wird all das von einem Führungswechsel: Seit November 2025 leitet Uwe Röhrhoff das Unternehmen als Interims-CEO – als Nachfolger von Dietmar Siemssen. Die neue Führung arbeitet seither daran, interne Kontrollmechanismen zu stärken und das Vertrauen des Kapitalmarkts zurückzugewinnen.

Parallel läuft ein Verkaufsprozess für die US-Tochter Centor, der im Februar angestoßen wurde. Die Desinvestition soll Liquidität schaffen, während die Kosten für die rechtliche und buchhalterische Aufarbeitung steigen.

Aktie weit unter Vorjahresniveau

Marktbeobachter werten die behördliche Ausweitung der Prüfung als Hinweis darauf, dass die Unstimmigkeiten tiefer reichen könnten als zunächst angenommen. Die Aktie notiert derzeit bei rund 19,32 Euro – knapp 75 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 82 Euro aus dem März 2025.

Wie schnell sich das ändert, hängt nun vor allem von zwei Dingen ab: den Ergebnissen der BaFin-Prüfung und der fristgerechten Vorlage testierter Abschlüsse. Erst wenn diese Unsicherheiten ausgeräumt sind, dürfte der Druck auf die Aktie nachlassen.

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