Gerresheimer Aktie: Prüfstein naht
Der Pharmaverpackungsspezialist steht vor dem entscheidenden Termin: Bis 31. März muss der testierte Jahresabschluss vorliegen. Nach einem dramatischen Kurseinbruch von über 80 Prozent seit dem Zwischenhoch kämpft das Unternehmen mit den Folgen schwerwiegender Bilanzierungsfehler – während gleichzeitig spezialisierte Investoren Positionen aufbauen.
BaFin weitet Prüfungen aus
Die Aufsicht führt mittlerweile zwei parallele Untersuchungen durch. Neben dem Konzernabschluss 2024 steht nun auch der Halbjahresbericht 2025 unter Beobachtung. Im Zentrum: Bill-and-Hold-Vereinbarungen, bei denen Umsätze vor tatsächlicher Warenauslieferung verbucht wurden. Gerresheimer räumt ein, dass Mitarbeiter gegen interne Leitlinien verstießen.
Die Konsequenzen sind massiv. Für 2025 rechnet das Management mit nicht zahlungswirksamen Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Bereits für 2024 mussten 35 Millionen Euro Umsatz und 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA korrigiert werden.
Zusätzlich moniert die BaFin falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten, ein veraltetes Risikoberichtswesen sowie unterlassene Wertminderungen in der Advanced-Technologies-Sparte.
Neue Investoren setzen auf Turnaround
Trotz des schwierigen Umfelds meldete der CastleKnight Master Fund LP Anfang März eine Beteiligung von 4,08 Prozent. Auch die Deka Investment veröffentlichte eine Stimmrechtsmitteilung. Offenbar sehen spezialisierte Anleger im aktuellen Niveau eine Chance – der Titel notiert bei 18 Euro, weit entfernt vom Hoch bei 82 Euro im März 2025.
Die jüngste Kurserholung um rund acht Prozent binnen zwei Tagen wirkt vor diesem Hintergrund wie eine technische Gegenbewegung. Das 10-Jahres-Tief bei 15,51 Euro vom 26. Februar dürfte noch präsent sein.
Umbau läuft parallel
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Das Management treibt strategische Maßnahmen voran. Die hochmargige US-Tochter Centor steht zum Verkauf, Morgan Stanley soll den Prozess 2026 abschließen. Allerdings würde ein Verkauf die Margenstruktur weiter belasten, da Centor überdurchschnittlich profitabel ist.
Das Werk in Chicago Heights wird Ende 2026 geschlossen. Der geplante Verkauf des Moulded-Glass-Geschäfts liegt hingegen auf Eis.
Personell hat sich die Führung bereits neu aufgestellt: Wolf Lehmann übernahm die CFO-Position, Uwe Röhrhoff fungiert seit November als Interims-CEO. Vorgänger Dietmar Siemssen und CFO Bernd Metzner verließen das Unternehmen.
Prognose unter Vorbehalt
Für 2026 kalkuliert Gerresheimer mit Erlösen zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent. Der freie Cashflow soll moderat positiv ausfallen. Das erste Halbjahr dürfte schwächer verlaufen, bevor sich das Geschäft beleben soll.
Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft derweil Schadenersatzansprüche und fordert betroffene Anleger auf, sich zu melden.
Der 31. März markiert den Lackmustest. Gelingt die fristgerechte Vorlage des testierten Jahresabschlusses, könnte das einen Teil der BaFin-Prüfung adressieren. Scheitert Gerresheimer an diesem Termin, dürfte der Druck auf die Aktie weiter steigen. Am 16. April folgt die Q1-Quartalsmitteilung, am 3. Juni die Hauptversammlung.
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