Der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer zieht nach massiven Bilanzierungsproblemen die Reißleine. Während die Finanzaufsicht BaFin ihre Untersuchungen ausweitet, soll ein radikales Umbauprogramm den Konzern stabilisieren. Um dringend benötigte Liquidität zu beschaffen, steht nun sogar das hochprofitable US-Geschäft zum Verkauf.

US-Tochter Centor vor dem Verkauf

Im Zentrum des neuen Transformationsprogramms steht die Trennung von der US-Tochter Centor. Das auf Medikamentenverpackungen spezialisierte Unternehmen gilt eigentlich als attraktiver Vermögenswert mit einem wichtigen Ergebnisbeitrag. Gerresheimer benötigt jedoch kurzfristig Kapital, um die angeschlagene Finanzierungsstruktur zu stützen. Morgan Stanley ist bereits mit der Suche nach Käufern beauftragt, ein Abschluss wird noch in diesem Jahr angestrebt. Dieser Schritt verschafft dem Konzern finanzielle Atempausen, wird die zukünftige Margenstruktur des Gesamtunternehmens allerdings spürbar belasten. Begleitend dazu schließt das Management bis Ende 2026 das Moulded-Glass-Werk in Chicago und verlagert die betroffene Produktion nach Italien und Indien.

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BaFin-Prüfung erzwingt Millionen-Abschreibungen

Auslöser für den harten Sanierungskurs sind gravierende Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung. Die BaFin untersucht sogenannte Bill-and-Hold-Vereinbarungen, bei denen Umsätze vor der tatsächlichen Auslieferung verbucht wurden. Mittlerweile prüfen die Aufseher auch falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten in Höhe von rund 65 Millionen Euro sowie unzulässig aktivierte Entwicklungskosten.

Die finanziellen Konsequenzen wiegen schwer: Gerresheimer rechnet für 2025 mit Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro. Ein Blick auf die Kursentwicklung verdeutlicht das Ausmaß des Vertrauensverlusts am Markt. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier dramatische 77,50 Prozent an Wert eingebüßt. Weil der testierte Jahresabschluss weiter auf sich warten lässt und Termine verschoben werden müssen, droht nun sogar der Rauswurf aus dem SDAX. Dies würde durch erzwungene Umschichtungen von Indexfonds weiteren Verkaufsdruck erzeugen.

Neue Investoren und ein fester Stichtag

Trotz der angespannten Lage positionieren sich erste Akteure neu, wie der Einstieg des CastleKnight Master Fund mit einer Beteiligung von vier Prozent zeigt. Das operative Kerngeschäft mit Primärverpackungen profitiert weiterhin strukturell vom globalen Trend zu Injektionssystemen. Der nächste harte Faktencheck für Anleger datiert auf Juni 2026. Dann muss das Management den testierten Jahresabschluss vorlegen und nachweisen, dass die laufenden Gespräche mit den Kreditgebern zu einer belastbaren Einigung geführt haben.

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