Der heutige 31. März verstreicht ohne den dringend erwarteten Jahresabschluss. Während Gerresheimer die Veröffentlichung auf Juni verschieben muss und den Verkauf der US-Tochter Centor einleitet, rückt nun der bisherige Wirtschaftsprüfer KPMG ins Zentrum behördlicher Ermittlungen.

Kettenreaktion im Finanzkalender

Die Aufarbeitung der Bilanzierungsfehler rund um sogenannte Bill-and-Hold-Umsätze erfordert mehr Zeit als geplant. Eine zweite externe Prüfungsgesellschaft untersucht derzeit die Vorgänge der Jahre 2024 und 2025 tiefgehend. Infolgedessen peilt der Vorstand die Vorlage des testierten Berichts erst für Juni 2026 an.

Diese Verschiebung löst eine direkte Kettenreaktion aus. Sowohl die für Mitte April geplante Quartalsmitteilung als auch die Hauptversammlung Anfang Juni müssen auf unbestimmte Zeit verlegt werden. Das Unternehmen will neue Termine schnellstmöglich kommunizieren.

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Aufsicht ermittelt gegen Prüfer

Die Bilanzaffäre zieht derweil weitere personelle und rechtliche Kreise. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) hat ein berufsrechtliches Verfahren gegen KPMG eingeleitet. Die Gesellschaft hatte den umstrittenen Geschäftsbericht 2024 testiert, in dem die fehlerhaft verbuchten Umsätze enthalten waren. Parallel dazu prüft der Aktionärsschutzverband DSW mithilfe eines Gutachtens mögliche Schadensersatzansprüche gegen den ehemaligen Vorstandschef Dietmar Siemssen sowie den früheren Finanzvorstand Bernd Metzner.

Notverkauf und neue Großaktionäre

Um die angespannte Finanzlage zu stabilisieren, hat das Management die Investmentbank Morgan Stanley mit dem Verkauf der US-Tochter Centor beauftragt. Gleichzeitig kündigt der Vorstand nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro an. Diese Abschreibungen betreffen vor allem Technologieprojekte der Sensile Medical AG sowie ein Glaswerk in Chicago, das bis Ende 2026 geschlossen wird.

Trotz dieser massiven Einschnitte und eines Kursverlusts von über 72 Prozent auf Jahressicht positionieren sich erste Marktteilnehmer neu. Fondsgesellschaften wie CastleKnight und Deka Investment haben auf dem aktuellen Kursniveau von 19,36 Euro neue Beteiligungen gemeldet und setzen offenbar auf eine Stabilisierung. Gleichzeitig halten Leerverkäufer mit Short-Positionen dagegen.

Der entscheidende Meilenstein für das Unternehmen ist nun der Juni 2026. Mit der Vorlage des testierten Abschlusses muss das Management die Ergebnisse der laufenden Kreditverhandlungen präsentieren und belegen, ob die ausgegebene Umsatzprognose von bis zu 2,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr auf einem belastbaren Fundament steht. Ohne diese testierten Zahlen bleiben auch mögliche Übernahmeszenarien durch externe Aufkäufer vorerst blockiert.

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