In drei Wochen legt Gerresheimer die Karten auf den Tisch. Am 26. Februar veröffentlicht der Pharma-Verpackungsspezialist den Jahresbericht 2025 – nach einem Jahr voller Turbulenzen. Managementwechsel, BaFin-Prüfung, mehrfach gesenkte Prognosen: Anleger warten auf Klarheit, ob die Neuausrichtung greift.

Die Eckdaten im Überblick:
- Jahresbericht 2025 am 26. Februar
- Neue Führung seit Herbst 2025 im Amt
- Laufende BaFin-Prüfung zu Umsatzerfassung
- Abtrennung des Formglas-Geschäfts geplant

Transformationsprogramm auf dem Prüfstand

Das Geschäftsjahr 2025 brachte herbe Rückschläge. Im Oktober korrigierte Gerresheimer die Prognose nach unten und stellte einen organischen Umsatzrückgang sowie eine reduzierte EBITDA-Marge in Aussicht. Der Jahresbericht wird zeigen, ob das Unternehmen diese bereits abgesenkten Ziele erreicht hat.

Entscheidend ist der Blick auf das Kostensenkungsprogramm. Gerresheimer hatte umfassende Sparmaßnahmen angekündigt. Erste konkrete Zahlen zu Einsparungen und operativen Verbesserungen stehen aus. Der Bericht könnte Aufschluss geben, ob die Transformation greift oder weitere Einschnitte nötig werden.

Neue Führung mit alter Erfahrung

Im Herbst 2025 wurde die Führungsebene komplett neu aufgestellt. Uwe Röhrhoff übernahm im November als Interims-CEO von Dietmar Siemssen, der nach sieben Jahren ausschied. Röhrhoff kennt das Unternehmen: Von 2010 bis 2017 stand er bereits als CEO an der Spitze. Im September trat Wolf Lehmann als neuer CFO an.

Die Suche nach einem permanenten CEO läuft weiter. Der Jahresbericht wird die erste vollständige Finanzberichterstattung unter der neuen Führung sein und Hinweise auf die strategische Ausrichtung geben.

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BaFin-Prüfung schwebt über dem Konzern

Seit September 2025 prüft die BaFin den Konzernabschluss zum 30. November 2024. Im Fokus stehen "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen – Gerresheimer könnte dabei Umsätze vorzeitig erfasst haben. Das betroffene Volumen liegt laut Unternehmen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Eine externe Untersuchung ergab Ende Oktober, dass bei mindestens einem Vertrag die Voraussetzungen für die Umsatzerfassung möglicherweise nicht erfüllt waren. Gerresheimer kündigte eine vollständige Überprüfung aller betroffenen Vereinbarungen an. Der Jahresbericht dürfte erste Details zu möglichen Korrekturen liefern.

Formglas-Geschäft vor der Trennung

Die strategische Neuausrichtung geht weiter. Im August 2025 kündigte Gerresheimer die Abtrennung des Moulded-Glass-Geschäfts an. Ab dem Geschäftsjahr 2026 wird der Bereich separat geführt, anschließend soll ein Verkaufsprozess folgen.

Der Jahresbericht dürfte konkrete Details zur Segmentierung und zum Zeitplan der Separation enthalten. Parallel läuft die Integration von Bormioli Pharma, die Ende 2024 abgeschlossen wurde. Ob beide Prozesse reibungslos verlaufen, wird im Zahlenwerk erkennbar werden.

Am 26. Februar zeigt sich, ob die neue Führung das Unternehmen stabilisieren konnte oder weitere Korrekturen anstehen. Die Hauptversammlung am 3. Juni wird dann zur Bewährungsprobe für das Management.

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