thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) baut sein Netzwerk in Kanada weiter aus. Heute unterzeichnete der Kieler Rüstungskonzern Kooperationsvereinbarungen mit der Dalhousie University und der University of British Columbia — ein gezielter Zug kurz nach Einreichung des formalen Angebots für Kanadas milliardenschweres U-Boot-Programm.

Wer staatliche Rüstungsaufträge gewinnen will, muss heute mehr liefern als das beste Boot. Lokale Wertschöpfung, akademische Vernetzung und industrielle Partnerschaften zählen bei Vergabeentscheiden oft ebenso stark wie technische Qualität. Genau auf diesen Feldern arbeitet TKMS systematisch.

Netzwerk aus Partnerschaften in Kanada

Das kanadische Patrol Submarine Project (CPSP) sieht den Kauf von bis zu zwölf konventionell angetriebenen U-Booten vor und hat einen Auftragswert von mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Nur zwei Bieter verblieben im Rennen: TKMS mit der Type 212CD und Südkoreas Hanwha Ocean. Eine Entscheidung der kanadischen Regierung unter Premierminister Mark Carney könnte bereits bis Ende Juni fallen.

TKMS hat die vergangenen Wochen genutzt, um ein dichtes Partnernetzwerk aufzubauen. Anfang März folgte ein Teaming Agreement mit dem Rüstungstechnologieunternehmen CAE für Trainings- und Simulationslösungen. Bereits im Februar hatte TKMS eine Partnerschaft mit Magellan Aerospace für die lokale Fertigung von Schwertorpedos bekanntgegeben. Die heutigen Universitätspartnerschaften ergänzen dieses Netzwerk auf wissenschaftlicher Seite: Die Dalhousie University bringt Expertise in arktischen Meeresumgebungen, Cybersicherheit und Fertigung ein; die UBC soll über einen geplanten Defence Innovation Hub Technologietransfer in maritimen Schlüsselbereichen ermöglichen.

TKMS betont für seine Type 212CD zudem gezielt die arktische Eignung — ein Argument, das für die Royal Canadian Navy mit ihren Einsatzgebieten im Norden besonders relevant sein dürfte.

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Starke Ausgangslage, weitere Projekte in der Pipeline

Unabhängig vom Kanada-Entscheid steht TKMS operativ gut da. Der Auftragsbestand überstieg durch einen kürzlich erhaltenen norwegischen Folgeauftrag die Marke von 20 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 hat das Unternehmen seine Umsatzprognose auf +2% bis +5% angehoben, nachdem zuvor lediglich -1% bis +2% erwartet wurden.

Hinzu kommen weitere Großprojekte: In Indien ist TKMS als einziger verbliebener Bieter für sechs Diesel-Elektro-U-Boote im Gespräch, der Projektwert liegt bei rund 8 bis 9 Milliarden US-Dollar. Beim deutschen F-127-Fregatten-Programm ist TKMS ebenfalls der einzige verbleibende Kandidat.

Bis zum 6. April darf die kanadische Regierung noch klärende Fragen an beide Bieter stellen, danach rückt die wirtschaftliche Vorteilsanalyse in den Mittelpunkt der Bewertung — also genau jenes Feld, auf dem TKMS mit seinem wachsenden Partnernetzwerk punkten will. Am 11. Mai präsentiert TKMS die nächsten Quartalszahlen; die entscheidende Frage dann: Wie effizient wandelt der Konzern seinen Rekord-Auftragsbestand in tatsächliche Umsätze um? Die thyssenkrupp Marine Systems-Aktie notiert mit einem Plus von rund 37 Prozent seit Jahresbeginn knapp unterhalb ihres Allzeithochs bei 100,60 Euro.

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