Gerresheimer Aktie: Letzte Chance
Der Düsseldorfer Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer kämpft mit der Finanzaufsicht, verschobenen Abschlüssen und massiven Abschreibungen. Die BaFin hat ihre Prüfungen ausgeweitet und zweifelt inzwischen an mehreren Bilanzposten. Bis zum 31. März muss der testierte Jahresabschluss vorliegen – andernfalls droht weiteres Ungemach.
BaFin findet neue Ungereimtheiten
Die Finanzaufsicht hat konkrete Anhaltspunkte dafür gefunden, dass im Abschluss für 2023/24 weitere Fehler stecken. Die Prüfer weiten ihre Untersuchung deshalb auf den Halbjahresbericht 2024/25 aus. Ursprünglich hatte sich die BaFin auf sogenannte Bill-and-Hold-Verträge konzentriert, bei denen Gerresheimer Umsätze zu früh verbuchte. Nun geht es auch um Leasingverbindlichkeiten von 65,5 Millionen Euro und aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro, die möglicherweise fehlerhaft ausgewiesen wurden.
Besonders brisant: Die Behörde vermutet, dass Abschreibungen auf die Schweizer Tochter Sensile Medical und die US-Tochter Moulded Glass Chicago bereits früher hätten erfolgen müssen. Gerresheimer plant Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro – die BaFin geht davon aus, dass diese schon in früheren Geschäftsjahren absehbar waren.
Interne Ermittlungen und verschobene Zahlen
Auf Basis interner Hinweise hat Gerresheimer zusätzlich zum regulären Abschlussprüfer eine zweite Prüfungsgesellschaft beauftragt. Einzelne Mitarbeiter sollen interne Richtlinien und Bilanzierungsvorschriften verletzt haben. Die Korrekturen betreffen hauptsächlich die Umsatzerfassung sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten.
Der ursprünglich für den 26. Februar geplante Jahresabschluss wurde verschoben. Bis zum 31. März soll der testierte Jahres- und Konzernabschluss nun vorliegen, am 16. April folgt der Quartalsbericht.
Prognose gesenkt, Verlust möglich
Die Bilanzprobleme schlagen sich direkt in den Kennzahlen nieder. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nun bei 16,5 bis 17,5 Prozent erwartet – statt zuvor 18,5 bis 19,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um einen hohen zweistelligen Prozentsatz sinken, ein Verlust ist nicht ausgeschlossen. Zuvor hatte das Management nur mit einem Rückgang im mittleren zweistelligen Bereich gerechnet.
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Für das laufende Jahr hält Gerresheimer am Umsatzziel von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro fest.
Verkauf und Schließung als Reaktion
Das Management reagiert mit strategischen Maßnahmen: Die US-Tochter Centor, die hochmargige Verpackungssysteme für verschreibungspflichtige Medikamente herstellt, soll noch 2026 verkauft werden. Morgan Stanley begleitet den Prozess. Den geplanten Verkauf des Moulded-Glass-Geschäfts hat Gerresheimer hingegen gestoppt. Das Werk in Chicago wird bis Jahresende geschlossen.
Kurs auf Mehrjahrestief
Die Aktie erreichte Ende Februar bei 15,51 Euro den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 82 Euro im März 2025 hat sich der Kurs um rund 80 Prozent entfernt. Seit Jahresbeginn beträgt der Verlust über 37 Prozent.
Trotz der Unsicherheit meldete am 3. März der CastleKnight Master Fund LP eine Beteiligung von 4,08 Prozent. Auch die Deka Investment veröffentlichte eine Stimmrechtsmitteilung. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz prüft Schadenersatzansprüche und fordert betroffene Anleger auf, sich zu melden. CEO und CFO mussten bereits ihre Posten räumen.
Der 31. März wird zeigen, ob das neue Management die Bücher transparent bereinigen kann. Gelingt dies nicht, dürfte die Aktie die jüngsten Tiefststände erneut testen.
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