Die Fiserv-Aktie bleibt nach dem Kurssturz im Oktober unter Druck. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele innerhalb kurzer Zeit deutlich gesenkt und stellen vor allem die kurzfristige Erholung infrage. Im Fokus stehen höhere Investitionen, ein gedämpfter Ausblick und die anstehenden Jahreszahlen – reichen interne Maßnahmen und Insiderkäufe für eine Stabilisierung?

Deutliche Kurszielkürzungen

Innerhalb von 48 Stunden haben drei Häuser ihre Erwartungen angepasst und die Kursziele näher an das aktuelle Kursniveau herangeführt.

Wesentliche Änderungen im Überblick:
- B. Riley: Kursziel von 105 auf 76 US-Dollar gesenkt, Rating „Neutral“
- Stephens: Kursziel von 80 auf 75 US-Dollar gesenkt, Rating „Equalweight“
- TD Cowen: Kursziel von 80 auf 77 US-Dollar gesenkt, Rating „Hold“

B. Riley nahm mit rund 28 % die deutlichste Kürzung vor. Begründet wurde dies mit einem verhaltenen Ausblick für 2026. Notwendige Investitionen in Technologie und Infrastruktur dürften die operative Entwicklung zunächst bremsen. Das Haus rechnet damit, dass die operative Marge kurzfristig unter dem Branchendurchschnitt liegen wird, während das Unternehmen seine Wettbewerbsposition stärken will.

Stephens und TD Cowen sehen die Aktie nun nur noch mit begrenztem Aufwärtspotenzial. Beide Kursziele liegen nur noch leicht über dem aktuellen Kurs, was den vorsichtigen Blick auf die nächsten Quartale unterstreicht.

Beim Konsensbild ergibt sich ein gemischtes Bild: Laut FactSet liegt das durchschnittliche Kursziel derzeit bei rund 78,73 US-Dollar, während MarketBeat auf Basis von 37 Analysten im Schnitt 114,32 US-Dollar ausweist. Die starke Differenz zeigt, wie weit die Einschätzungen nach dem Einbruch auseinandergehen.

Hintergrund: Der Einbruch im Oktober

Die jüngsten Einschätzungen stehen klar im Kontext des Kursdesasters vom Oktober 2025. Am 29. Oktober hatte Fiserv schwache Zahlen für das dritte Quartal und eine deutlich gesenkte Jahresprognose vorgelegt. Die Folge war ein Kursrückgang von 43 % an einem einzigen Handelstag – der heftigste Einbruch seit dem Börsengang 1986.

Zentrale Kennzahlen aus Q3:
- Gewinn je Aktie (EPS): 2,04 US-Dollar (Erwartung: 2,64 US-Dollar)
- Umsatz: 4,92 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 5,37 Mrd. US-Dollar)
- EPS-Prognose für 2025: gesenkt auf 8,50–8,60 US-Dollar (zuvor 10,15–10,30 US-Dollar)

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Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie damit rund 67 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 238,59 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt aktuell etwa 36 Mrd. US-Dollar.

Analystenbild und Insideraktivität

Trotz des deutlichen Rücksetzers bleibt das Analystenbild überwiegend abwartend. Die Konsens-Empfehlung liegt weiterhin bei „Hold“.

Aktuelle Verteilung der Ratings:
- Kaufempfehlungen: 10
- Halteempfehlungen: 23–25
- Verkaufsempfehlungen: 2–3

Einen kleinen Gegenakzent setzte Zacks Research, das die Aktie Mitte der Woche von „Strong Sell“ auf „Hold“ hochgestuft hat. Inhaltlich ändert das jedoch wenig an der insgesamt vorsichtigen Grundhaltung.

Parallel dazu haben Insider zuletzt signifikante Käufe getätigt. Finanzvorstand Paul Todd erwarb im Dezember 17.000 Aktien zu rund 62,41 US-Dollar je Stück. Chief Administrative Officer Adam Rosman kaufte 7.900 Aktien zu 63,19 US-Dollar. Insgesamt belaufen sich die Insiderkäufe der vergangenen 90 Tage auf etwa 34.900 Aktien im Volumen von rund 2,21 Mio. US-Dollar.

Die institutionelle Beteiligung bleibt mit rund 90,98 % hoch. Allerdings sank die Zahl der engagierten Hedgefonds zum Ende des dritten Quartals 2025 von 94 auf 83, was auf eine gewisse Zurückhaltung dieser Investorengruppe hindeutet.

Ausblick: Entscheidende Zahlen im Februar

Im Mittelpunkt steht nun der Quartals- und Jahresbericht für 2025, der voraussichtlich Anfang Februar veröffentlicht wird. Entscheidend wird sein, ob Fiserv die auf 8,50–8,60 US-Dollar gesenkte EPS-Prognose einhalten kann und ob sich erste Effekte der eingeleiteten Maßnahmen zeigen.

Das Unternehmen arbeitet weiter an der im Oktober vorgestellten „One Fiserv“-Initiative. Diese geht einher mit einer neuen Führungsstruktur: Seit Jahresbeginn stehen Takis Georgakopoulos und Dhivya Suryadevara als Co-Präsidenten an der Spitze, der Verwaltungsrat wird von dem unabhängigen Chairman Gordon Nixon geführt.

Das Management signalisiert, dass sich die Finanzkennzahlen erst ab Ende 2026 wieder in Richtung der früheren Vergleichswerte normalisieren sollen. Damit zeichnet sich ein mehrquartaliger Turnaround ab, bei dem die nächsten Berichte – insbesondere der anstehende Q4- und Jahresabschluss – als wichtige Zwischenetappen gelten.

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