Mehrere US-Häuser haben ihre Kursziele für Fiserv gesenkt und damit den Druck auf die Aktie nach dem drastischen Absturz im Herbst verstärkt. Hintergrund sind anhaltende Zweifel nach der deutlichen Prognosekürzung vom Oktober und der laufenden Neuaufstellung des Managements. Gleichzeitig kaufen Führungskräfte in größerem Umfang Aktien zu – ein Kontrast, der die Situation spannend macht: Wie weit reicht das Vertrauen des Managements gegen die Vorsicht der Analysten?

Neue Kursziele unter 80 Dollar

Zum Wochenschluss hat B. Riley das Kursziel für Fiserv deutlich von 105 auf 76 US‑Dollar reduziert – ein Einschnitt um 28 Prozent. Das Rating bleibt bei „Neutral“. Auf Basis des aktuellen Kurses sehen die Analysten damit noch einen begrenzten Spielraum nach oben von rund 15 Prozent.

Bereits am Vortag hatte Stephens sein Kursziel von 80 auf 75 US‑Dollar zurückgenommen. Die Anpassung erfolgt im Rahmen des 2026-Ausblicks für den Fintech-Sektor. Nach einem schwierigen Jahr 2025 erwartet Stephens zwar eine bessere Stimmung im Bereich Payments und IT-Services, bleibt bei Fiserv aber bei „Equal Weight“.

Auch TD Cowen zeigte sich zurückhaltend und senkte das Kursziel von 80 auf 77 US‑Dollar, bei unveränderter Einstufung.

  • B. Riley: Kursziel von 105 auf 76 US‑Dollar, Rating „Neutral“
  • Stephens: Kursziel von 80 auf 75 US‑Dollar, Rating „Equal Weight“
  • TD Cowen: Kursziel von 80 auf 77 US‑Dollar
  • Alle neuen Ziele liegen knapp über dem aktuellen Kursniveau

Konsens: Mehrheit auf „Halten“

Insgesamt wird Fiserv aktuell von 36 Analysten beobachtet. Der Konsens liegt bei „Hold“. Die Verteilung: 3 Verkaufsempfehlungen, 23 Halten-Einstufungen und 10 Kaufempfehlungen.

Der durchschnittliche Zwölf-Monats-Kurs liegt mit rund 114 US‑Dollar klar über dem aktuellen Kurs. Die Spannbreite der Einschätzungen ist allerdings groß, was die Unsicherheit nach den jüngsten Ereignissen widerspiegelt.

Kursverlauf und Bewertung

Binnen eines Jahres ist die Aktie um rund 65 Prozent vom 52‑Wochen-Hoch bei 238,59 US‑Dollar gefallen. Zuletzt notierte das Papier im Bereich von 66–67 US‑Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei etwa 36 Milliarden US‑Dollar.

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Die Bewertung hat sich deutlich reduziert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt nur noch etwa das 10‑Fache, nach zuvor höheren Multiplikatoren. Die 50‑Tage-Linie verläuft bei rund 67,58 US‑Dollar, die 200‑Tage-Linie liegt mit 116,19 US‑Dollar weit darüber – ein technisches Bild, das das Ausmaß des Rückgangs seit der Prognosekürzung im Oktober unterstreicht.

Insiderkäufe als Gegengewicht

Parallel zur vorsichtigen Analystenlage treten Insider als Käufer auf. Finanzchef Paul M. Todd erwarb 17.000 Aktien zu rund 62,41 US‑Dollar je Anteil. Adam L. Rosman kaufte 7.900 Stück zu etwa 63,19 US‑Dollar.

Insgesamt haben Insider in den vergangenen 90 Tagen 34.900 Aktien für rund 2,2 Millionen US‑Dollar zugekauft. Das signalisiert, dass das Top-Management dem langfristigen Potenzial des Unternehmens weiter vertraut.

Der Einschnitt im Oktober 2025

Der aktuelle Pessimismus der Analysten hat seinen Ursprung im Quartalsbericht vom 29. Oktober 2025. Fiserv senkte damals die Prognose für 2025 deutlich und stellte das Führungsteam neu auf.

Die Erwartung für das organische Umsatzwachstum wurde auf 3,5–4 Prozent zurückgenommen. Die angepasste Gewinnprognose je Aktie liegt nun bei 8,50–8,60 US‑Dollar. Die Mitteilung löste einen historischen Kurssturz von rund 42 Prozent an nur einem Handelstag aus und vernichtete Milliarden an Börsenwert.

Gleichzeitig präsentierte das Unternehmen den Aktionsplan „One Fiserv“ und kündigte mehrere neue Mitglieder im Aufsichtsrat an. Seit dem 1. Januar 2026 fungiert Gordon Nixon als unabhängiger Vorsitzender.

Ausblick: Zahlen und Projekte im Fokus

In den kommenden Wochen legt Fiserv die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Es ist der erste umfassende Einblick seit der Prognosekürzung. Im Mittelpunkt steht, wie weit die Umsetzung der neuen Führungsstruktur um Co‑Präsidenten Takis Georgakopoulos und Dhivya Suryadevara sowie CFO Paul Todd vorangekommen ist.

Operativ treibt Fiserv mehrere Initiativen voran, darunter eine KI‑Kooperation mit Microsoft, die Anfang Januar 2026 angekündigt wurde. Außerdem wird die Clover-Plattform um biometrische Zahlungsfunktionen erweitert, die auf der NRF 2026 vorgestellt wurden. Diese Projekte und der anstehende Quartalsbericht werden entscheidend dafür sein, ob das Unternehmen seine Wachstumserwartungen stabilisieren und das Vertrauen des Marktes schrittweise zurückgewinnen kann.

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