Der Nahost-Konflikt und die Blockaden in der Straße von Hormus zwingen Energiekonzerne zu drastischen Anpassungen ihrer Lieferketten. Exxon Mobil reagiert nun mit einem präzedenzlosen Schritt und verschifft erstmals Benzin direkt von der US-Golfküste nach Australien. Was auf den ersten Blick wie ein logistischer Notbehelf wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als strategischer Schachzug in einem chaotischen Marktumfeld.

Teure Logistik gegen Versorgungsengpässe

Die Dimension dieser Operation verdeutlicht den Ernst der Lage: Exxon Mobil plant für diesen Monat den Transport von insgesamt 600.000 Barrel raffinierter Erdölprodukte nach Australien. Die erste Teillieferung umfasst mindestens 300.000 Barrel Benzin. Branchenkenner beziffern die Charterkosten für die benötigten Schiffe auf rund 6 Millionen US-Dollar, was Frachtkosten von etwa 20 Dollar pro Barrel entspricht.

Dieser ungewöhnliche und kostspielige Handelsweg ist eine direkte Folge der globalen Lieferkettenprobleme. Normalerweise werden Exxons drei australische Terminals von Raffinerien aus dem asiatischen Raum versorgt. Doch da Tanker die kritischen Passagen im Nahen Osten meiden, fehlt es asiatischen Raffinerien an Rohöl-Nachschub aus der Golfregion. Die Folge sind gedrosselte Produktionsraten in Asien, die Exxon nun zwingen, die australische Versorgungslücke durch Importe aus den USA zu schließen.

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Profiteur der Preisspirale

Während die Logistiksparte mit Hürden kämpft, spielt die geopolitische Eskalation dem Kerngeschäft des Konzerns finanziell in die Karten. Die Spannungen zwischen den USA, Israel und Iran haben den Brent-Ölpreis massiv in die Höhe getrieben. Für Exxons Upstream-Sparte (Förderung und Produktion) wirkt dies als enormer Gewinnhebel.

Unternehmensdaten zufolge steigt der operative Jahresgewinn im Upstream-Bereich um rund 2 Milliarden US-Dollar für jeden Preisanstieg von 5 Dollar beim Brent-Öl. Die Aktie honorierte diese Entwicklung zuletzt mit einem starken Lauf und notiert mit einem Zuwachs von über 24 Prozent seit Jahresanfang in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch bei 131,90 Euro.

Strategischer Vorteil durch Standortwahl

Der entscheidende Vorteil für Exxon liegt in der geografischen Verteilung seiner Förderstätten. Der Schwerpunkt der Produktion liegt im Permian Basin in Texas sowie vor der Küste Guyanas – weit entfernt von den Konfliktherden im Nahen Osten.

Im letzten Quartal verzeichnete das Unternehmen eine massive Produktion von durchschnittlich 4,7 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Exxon kann somit die hohen Weltmarktpreise voll abschöpfen, ohne operative Risiken durch regionale Konflikte fürchten zu müssen. Die teuren Frachtraten nach Australien fallen angesichts dieser Gewinndynamik kaum ins Gewicht und dienen primär dazu, Marktanteile und Versorgungssicherheit im Downstream-Geschäft zu garantieren.

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