PayPal steht gleich an mehreren Fronten unter Zugzwang. Nach einem enttäuschenden Zahlenwerk und einer abrupten Kehrtwende bei wichtigen Zielen für 2027 rollt nun auch eine Welle von Sammelklagen an. Kann der neue Chef den Vertrauensschaden schnell genug begrenzen?

Sammelklagen erhöhen den Druck

Mehrere Kanzleien sammeln derzeit Investoren für Sammelklagen wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs. Im Zentrum steht der Vorwurf, PayPal habe Anleger im Zeitraum vom 25. Februar 2025 bis 2. Februar 2026 mit irreführenden Aussagen getäuscht.

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Konkret geht es laut Klage um angebliche Fehl- oder Falschangaben zu finanziellen Zielen für 2027 sowie zur Wachstumsdynamik im Kernsegment „Branded Checkout“. Das Verfahren läuft unter anderem vor dem US-Bezirksgericht für den Northern District of California und bezieht sich auf mögliche Verstöße gegen den Securities Exchange Act von 1934.

Wichtig für Betroffene: Für mehrere aktive Verfahren gilt als Stichtag für die Rolle des „Lead Plaintiff“ der 20. April 2026. Eine Beteiligung an einer möglichen Entschädigung ist laut Hinweis der Kanzleien nicht zwingend daran gebunden, diese Rolle zu übernehmen.

Der Auslöser: Rückzug der 2027-Ziele und schwächeres Checkout-Geschäft

Der juristische Ärger knüpft direkt an PayPals Zahlenvorlage vom 3. Februar 2026 an. Laut Klageschrift habe das Unternehmen damals enttäuschende Ergebnisse gemeldet, eine Verschlechterung im Branded Checkout eingeräumt und zudem die ein Jahr zuvor kommunizierten Finanzziele für 2027 zurückgezogen.

PayPal führte die schwächere Entwicklung und den vorsichtigeren Ausblick auf eine Mischung aus Makro-Gegenwind, mehr Wettbewerb sowie operative und Rollout-Probleme in allen Regionen zurück. Besonders aufmerksam verfolgt der Markt dabei das Branded-Checkout-Geschäft: Das Wachstum verlangsamte sich im vierten Quartal auf 1%, nach 6% im Vorjahresquartal. Als Gründe wurden unter anderem Schwäche im US-Einzelhandel, internationale Gegenwinde und schwierigere Vergleichswerte genannt.

Führungswechsel und Strategiewetten laufen parallel

Parallel zur Enttäuschung bei den Zahlen kam es zu einem Chefwechsel. PayPal ersetzte CEO Alex Chriss und berief Enrique Lores (zuvor HP) zum President und CEO, wirksam seit 1. März 2026. Der Verwaltungsrat begründete den Schritt mit Sorgen über das Tempo der Umsetzung und erwartet von Lores mehr Innovation, stärkere KI-Initiativen und mehr operative Disziplin. Zudem wurde David W. Dorman zum unabhängigen Verwaltungsratschef ernannt.

Trotz der Turbulenzen hält PayPal an strategischen Projekten fest. Genannt wurden eine Zusammenarbeit rund um On-Chain-Settlement mit PYUSD (Stablecoin) im Transportbereich sowie die geplante Übernahme von Cymbio, einer Plattform, die Produktkataloge von Händlern unter anderem auf KI-Oberflächen auffindbar machen soll. Außerdem plant PayPal 2026 gezielte Investitionen, die laut Unternehmen kurzfristig die Entwicklung der Transaktionsmarge belasten können, mit Fokus auf Branded Checkout, BNPL, sowie Initiativen rund um Venmo und „agentic commerce“.

Auch an der Börse bleibt der Titel angeschlagen: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 40,48 Euro.

Zum nächsten wichtigen Härtetest wird der 5. Mai 2026: Dann legt PayPal Quartalszahlen vor – und es ist die erste große Bewährungsprobe, in der Anleger sehen wollen, ob die operative Trendwende im Kerngeschäft greifbarer wird und ob das neue Management die Baustellen glaubwürdig sortiert.

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