Der Hamburger Biotech-Konzern Evotec hat gestern ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm vorgelegt – und die Märkte reagierten scharf. Bis zu 800 Stellen sollen wegfallen, der Ausblick für 2026 enttäuschte deutlich. Die Aktie fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit fast einem Jahrzehnt.

Das Programm „Horizon" im Detail

Unter dem Namen „Horizon" bündelt Evotec die nächste Phase seines Umbaus. Das neue Betriebsmodell stützt sich auf drei Säulen: Operations, Wissenschaft und kommerzielle Umsetzung. Gleichzeitig schrumpft der globale Fußabdruck weiter – von zuletzt 14 auf künftig 10 Standorte innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Die geplanten Stellenstreichungen von bis zu 800 entsprechen fast einem Fünftel der gesamten Belegschaft. Bis Ende 2027 sollen die Maßnahmen weitgehend abgeschlossen sein. Die erhofften Run-Rate-Einsparungen beziffert das Unternehmen auf rund 75 Millionen Euro jährlich – bei Restrukturierungskosten von rund 100 Millionen Euro über den Zeitraum 2026 bis 2028.

Schwacher Ausblick belastet

Der eigentliche Auslöser für die Kursreaktion war die Prognose für das laufende Jahr. Für 2026 stellt Evotec Konzernerlöse von 700 bis 780 Millionen Euro in Aussicht – selbst der obere Rand liegt damit unter dem bisherigen Analystenkonsens. Das bereinigte EBITDA soll zwischen null und 40 Millionen Euro liegen. Zum Vergleich: 2025 erzielte der Konzern vorläufig rund 788 Millionen Euro Umsatz bei einem bereinigten EBITDA von rund 41 Millionen Euro.

Besonders das Kernsegment Drug Discovery & Preclinical Development belastete das abgelaufene Jahr: Umsätze sanken um 13 Prozent auf rund 529 Millionen Euro, das bereinigte Segment-EBITDA rutschte ins Minus. Gegenläufig entwickelte sich das Biologics-Segment Just – Evotec Biologics mit einem Umsatzplus von rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro.

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Evotec bezeichnet 2026 ausdrücklich als Übergangsjahr. Erste operative Verbesserungen werden erst ab der zweiten Jahreshälfte erwartet.

RBC bleibt trotzdem optimistisch

Analyst Charles Weston von RBC Capital Markets bestätigte nach der Ankündigung sein „Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 10 Euro – was gegenüber dem aktuellen Kurs von 4,62 Euro mehr als eine Verdoppelung bedeuten würde. Die mittelfristigen Ziele des Konzerns seien auf den ersten Blick nicht wesentlich verändert worden, so Weston. Das schwache operative Ergebnisziel für 2026 könne er allerdings nicht auf Anhieb einordnen.

Mittelfristig gibt sich Evotec tatsächlich ambitioniert: Bis 2030 soll der Umsatz auf über eine Milliarde Euro steigen, die bereinigte EBITDA-Marge 2028 die 20-Prozent-Marke erreichen. Ob diese Ziele erreichbar sind, hängt davon ab, ob der Konzern den Stellenabbau ohne Störung laufender Kundenprogramme bewältigt und den Umsatzmix erfolgreich in Richtung margenstärkerer Segmente verschiebt.

Die endgültigen Zahlen für 2025 folgen am 8. April 2026 – ein Termin, dem Analysten und Investoren angesichts der aktuellen Lage besondere Aufmerksamkeit schenken dürften.

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