Evonik Aktie: Wichtige Kaufempfehlung gestrichen
Der Spezialchemie-Konzern gerät zunehmend in die Defensive. Mit der französischen Großbank BNP Paribas zieht sich nun ein wichtiger Optimist zurück und revidiert seine positive Einschätzung. Während strukturelle Probleme in China und sinkende Margen den Kurs belasten, klammern sich Anleger an einen verbleibenden Lichtblick: die Dividende. Kann die in Aussicht gestellte Rendite den Kursboden stabilisieren?
Analysten ziehen die Reißleine
Am 21. Januar 2026 änderte BNP Paribas die Marschrichtung für Evonik. Die Analysten senkten ihr Rating von „Outperform“ auf „Neutral“ und kappten das Kursziel deutlich. Damit bricht ein wichtiger Fürsprecher weg, was die Stimmung am Markt spürbar eintrübt.
Die Entscheidung der Franzosen steht nicht isoliert da. Auch andere Häuser äußern sich skeptisch. Barclays bestätigte erst am 16. Januar das Votum „Equal Weight“. Die Begründung ähnelt sich in den meisten Kommentaren: Der Chemiebranche fehlt es an Dynamik, die Absatzvolumina schwächeln und die Endmärkte zeigen sich fragil.
Die aktuelle Lage im Überblick:
* Downgrade: BNP Paribas streicht die Kaufempfehlung („Neutral“).
* China-Faktor: Überkapazitäten aus Asien drücken auf die Margen im Methionin-Geschäft.
* Short-Seller: Hedgefonds bleiben investiert, reduzieren aber leicht ihre Positionen.
* Bewertung: Der RSI von 15,8 signalisiert eine technisch extrem überverkaufte Situation.
Margendruck aus Fernost
Ein Hauptgrund für die Zurückhaltung der Experten liegt in China. Dortige Überkapazitäten sorgen insbesondere im für Evonik wichtigen Methionin-Geschäft für Preisdruck. Diese strukturelle Belastung erschwert dem Essener Konzern die Preissetzungsmacht und dürfte auch im weiteren Jahresverlauf 2026 an den Margen zehren.
Trotz dieser fundamentalen Sorgen notiert die Aktie heute bei 13,33 Euro und verzeichnet ein leichtes Plus von 0,45 Prozent. Der Blick auf den Monatstrend ist jedoch ernüchternd: In den letzten 30 Tagen verlor das Papier über 13 Prozent an Wert und nähert sich bedrohlich dem 52-Wochen-Tief bei 12,62 Euro.
Dividende als Schutzschild?
Was den Kurs derzeit vor einem weiteren Abrutschen bewahrt, ist die Aussicht auf eine üppige Ausschüttung. Analysten prognostizieren für 2026 eine Dividendenrendite von rund 8,9 Prozent – ein Spitzenwert im MDAX. Für einkommensorientierte Investoren stellt dieses Niveau ein starkes Argument dar, trotz der operativen Risiken engagiert zu bleiben.
Interessant ist dabei das Verhalten der Leerverkäufer: Der Hedgefonds Balyasny Asset Management verringerte seine Netto-Leerverkaufsposition am 22. Januar minimal auf 0,88 Prozent. Zwar ist dies keine Trendwende, doch in Kombination mit dem extrem niedrigen RSI-Wert könnte dies darauf hindeuten, dass das kurzfristige Abwärtspotenzial von professioneller Seite als begrenzt eingeschätzt wird.
Für die weitere Kursentwicklung ist entscheidend, ob das Management glaubhaft vermitteln kann, dass die operative Schwäche die Dividendenfähigkeit nicht gefährdet. Sollte die Marke um das Jahrestief bei 12,62 Euro halten, könnte die hohe Renditeerwartung eine Bodenbildung einleiten – fällt diese Unterstützung jedoch, rücken die fundamentalen Sorgen wieder in den Vordergrund.
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