Evonik steckt in einem Dilemma. Während der Spezialchemiekonzern in den USA sein Geschäft mit hochmargigen Medizintechnik-Polymeren ausbaut, drohen in Deutschland steigende Personalkosten. Am Dienstag starteten die Chemie-Tarifverhandlungen – und die Arbeitgeber fordern eine Nullrunde.

Healthcare-Expansion in Nordamerika

Der Essener Konzern weitet seine Vertriebspartnerschaft mit dem US-Distributor Formerra deutlich aus. Künftig vertreibt Formerra Evoniks Hochleistungspolymere der Marke CARE in den USA und Kanada. Die Materialien kommen in der Medikamentenverabreichung, bei chirurgischen Instrumenten und in Diagnosesystemen zum Einsatz.

Die wichtigsten Fakten:

  • Erweiterung der Formerra-Partnerschaft auf gesamten nordamerikanischen Healthcare-Markt
  • Vertrieb der CARE-Produktlinie (VESTAMID, TROGAMID)
  • Ankündigung zur MD&M West 2026 in Kalifornien
  • Strategischer Fokus auf weniger konjunkturabhängige Geschäftsfelder

Für Evonik ist der Schritt konsequent. Der Gesundheitsmarkt gilt als stabiler als klassische Industriesparten. Durch Formerras etablierte Vertriebskanäle will das Unternehmen die Marktdurchdringung seiner hochmargigen Spezialprodukte beschleunigen.

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Verhärtete Fronten bei Tarifgesprächen

Während in den USA auf Wachstum gesetzt wird, dominiert in Deutschland der Kostendruck. Am 3. Februar begannen in Hannover die Tarifverhandlungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) fordert angesichts der anhaltenden Produktionsschwäche eine Nullrunde bei den Entgelten. Die Gewerkschaft IGBCE lehnt dies kategorisch ab.

Für Evonik als einen der größten Branchenarbeitgeber ist der Ausgang dieser Verhandlungen entscheidend für die Personalkosten 2026. Die schwache Industrienachfrage in Europa zwingt zu strikter Kostendisziplin – gleichzeitig sind Investitionen in Wachstumsfelder wie die Medizintechnik unverzichtbar, um die Margen langfristig zu sichern.

Geschäftsbericht rückt in den Fokus

Am 4. März legt Evonik den Geschäftsbericht 2025 samt finalen Q4-Zahlen vor. Marktbeobachter erwarten nicht nur Einblicke in die finanzielle Performance, sondern vor allem konkrete Aussagen dazu, wie sich die eingeleiteten Sparmaßnahmen gegenüber potenziell steigenden Personalkosten behaupten. Die Hauptversammlung ist für den 3. Juni angesetzt.

Die Aktie notiert aktuell bei 13,36 Euro und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 12,62 Euro. Der Titel bleibt damit unter Druck, während sich das Unternehmen zwischen Kostensenkung in Europa und Wachstumsinvestitionen in Nordamerika positionieren muss.

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