Evonik sortiert sein Geschäft neu – und der Markt beginnt, genauer hinzuschauen. Ein Analysten-Upgrade von Morgan Stanley und der operative Start der Infrastruktur-Tochter SYNEQT setzen pünktlich zum Jahreswechsel erste Akzente. Reicht diese Kombination, um der zuletzt schwachen Aktie wieder Halt zu geben?

Analysten nehmen Druck vom Kurs

Am Montag hat Morgan Stanley ein wichtiges Signal gesendet. Analyst Thomas Wrigglesworth stufte die Aktie von „Underweight“ auf „Equal Weight“ hoch. Das Kursziel wurde leicht von 15,00 auf 14,70 Euro reduziert, doch der Kern der Botschaft ist ein anderer: Aus Sicht der Bank sind die wesentlichen Abwärtsrisiken im aktuellen Kurs weitgehend enthalten.

Damit ändert sich die Wahrnehmung des Titels spürbar. Die frühere Untergewichtung hatte den Verkaufsdruck in den vergangenen Monaten verstärkt. Mit der neuen Einstufung signalisiert Morgan Stanley ein ausgewogeneres Chance-Risiko-Profil – ein Punkt, der vor allem für institutionelle Investoren von Bedeutung ist.

Am Markt spiegelt sich diese Entspannung in einer leichten Erholung wider. Heute notiert die Aktie bei 13,54 Euro und damit knapp über dem Vortagesschluss von 13,42 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Plus von gut 5 %, auch wenn der Abstand zum 52‑Wochen‑Hoch bei rund 39 % bleibt.

SYNEQT startet operativ durch

Parallel zur verbesserten Analystenstimmung meldet Evonik Fortschritte bei der strategischen Neuausrichtung. Zum Jahreswechsel hat die neue Tochtergesellschaft SYNEQT GmbH offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Sie bündelt die Infrastrukturaktivitäten der großen Chemieparks in Marl und Wesseling, zwei zentrale Standorte im Verbund des Konzerns.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?

Die Kennzahlen unterstreichen die Bedeutung dieser Einheit:

  • Umsatzvolumen: rund 1,8 Milliarden Euro pro Jahr
  • Belegschaft: etwa 3.500 Mitarbeiter
  • Schwerpunkt: Infrastrukturservices und Entwicklung klimaneutraler Industrie-Ökosysteme
  • Ziel: Effizienzsteigerung und stärkere Ausrichtung auf externe Kunden

Mit der Verselbstständigung will Evonik die Standorte effizienter steuern und Dienstleistungen gezielter vermarkten. Gleichzeitig zahlt der Fokus auf klimaneutrale Lösungen auf regulatorische Vorgaben und Kundenanforderungen ein. Am Kapitalmarkt wird dieser Schritt als konkreter Beleg für die angekündigte Portfolio-Optimierung gewertet.

Die aktuelle Lage im Überblick

Mehrere Faktoren bestimmen derzeit das Bild:

  • Rating Morgan Stanley: Hochstufung auf „Equal Weight“
  • Kursziel: 14,70 Euro
  • Strategie: Operativer Start der SYNEQT GmbH mit rund 1,8 Mrd. € Umsatzbasis
  • Kursbild: Stabilisierung knapp über 13 Euro, nahe dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 13,50 Euro

Charttechnisch bewegt sich der Titel damit im Umfeld wichtiger Durchschnittslinien. Gleichzeitig bleibt die Bilanz der vergangenen zwölf Monate negativ: Auf Jahressicht liegt die Performance bei rund –19 %. Der Abstand zum 200‑Tage‑Durchschnitt von 16,37 Euro signalisiert, dass von einer nachhaltigen Trendwende noch nicht gesprochen werden kann.

Auffällig ist der sehr niedrige RSI von 15,8. Er deutet auf einen stark überverkauften Zustand hin. In Kombination mit der gestiegenen 30‑Tage‑Volatilität von über 60 % ergibt sich ein Bild, in dem einzelne Nachrichten – wie das Morgan‑Stanley‑Upgrade und der SYNEQT‑Start – kurzfristig deutlichere Ausschläge auslösen können.

Ausblick: Fokus auf Umsetzung

Kurzfristig sorgt die Kombination aus Analysten-Entwarnung und strategischer Umsetzung durch SYNEQT für Entspannung. Der Titel hat sich im Bereich knapp oberhalb des 52‑Wochen‑Tiefs bei 12,83 Euro gefangen und zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Entscheidend für die kommenden Monate wird sein, ob SYNEQT die angekündigten Effizienzvorteile und zusätzliche Kundenerlöse auch in den Zahlen sichtbar macht und ob sich die Nachfrage in den zyklischen Chemieendmärkten im Jahresverlauf 2026 normalisiert.

Damit bleibt die Aktie eine Position für Investoren, die auf eine operative Verbesserung setzen und die aktuelle Schwächephase als potenzielle Bodenbildungszone interpretieren.

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 07. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 07. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...