Evonik Aktie: Radikaler Umbau vollzogen
Der Spezialchemie-Konzern Evonik beginnt das Börsenjahr 2026 mit einer tiefgreifenden strukturellen Veränderung. Im Rahmen des Effizienzprogramms „Evonik Tailor Made“ wurde die Infrastruktursparte operativ verselbstständigt und in die neue Tochtergesellschaft SYNEQT GmbH überführt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Komplexität des Konzerns zu reduzieren und könnte den Weg für eine Neubewertung der zuletzt stark unter Druck geratenen Aktie ebnen.
Die Eckdaten der neuen Einheit im Überblick:
- Umsatzvolumen: Rund 1,8 Milliarden Euro Jahresumsatz (Basis 2024).
- Dimension: Etwa 3.500 Mitarbeiter wechseln in die neue Gesellschaft.
- Fokus: Bündelung aller Infrastrukturaktivitäten, inklusive Logistik und Versorgung an den Standorten Marl und Wesseling.
- Status: 100-prozentige Tochtergesellschaft, operativ eigenständig seit Jahresbeginn.
Transparenz gegen den Abwärtstrend
Die Ausgliederung ist mehr als eine administrative Formalität. Bislang waren die kapitalintensiven Infrastruktur-Assets in der Gesamtbilanz des Konzerns integriert und für Außenstehende schwer separat zu bewerten. Durch die Gründung der SYNEQT schafft das Management Transparenz und legt stille Reserven offen.
Dieser Schritt erfolgt in einer kritischen Phase für den Aktienkurs. Mit einem aktuellen Kurs von 13,31 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro. Der RSI von 15,8 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Situation, nachdem der Kurs allein in den letzten sieben Tagen um über 13 Prozent nachgegeben hat. Die operative Trennung soll helfen, den sogenannten „Konglomeratsabschlag“ zu verringern, der die Bewertung des Spezialchemie-Geschäfts belastet.
Weg frei für externe Investoren
Marktbeobachter interpretieren die Verselbstständigung als klare Vorbereitung auf strategische Optionen. Thomas Wessel, Arbeitsdirektor bei Evonik, hatte bereits im Vorfeld die Notwendigkeit betont, in diesem Bereich agiler zu agieren. Die neue Struktur ermöglicht es dem Konzern nun, Partnerschaften einzugehen oder Anteile an Investoren zu veräußern, ohne das chemische Kerngeschäft zu beeinträchtigen.
Angesichts der erwarteten Stagnation in der deutschen Chemieindustrie im Jahr 2026 schafft sich Evonik so Handlungsspielraum. Die leichte Kursstabilisierung am heutigen Handelstag um 0,30 Prozent zeigt, dass erste Marktteilnehmer die Umsetzung der Pläne honorieren, wenngleich die langfristige Skepsis – sichtbar im 12-Monats-Verlust von rund 20 Prozent – noch überwiegt.
Der operative Split ist nun vollzogen, doch für eine nachhaltige Trendwende müssen Taten folgen. Anleger werden im Jahresverlauf 2026 konkret darauf achten, ob das Management die neu gewonnene Flexibilität nutzt, um durch den Verkauf von Anteilen oder die Aufnahme von Partnern frisches Kapital zu generieren und so den Wert der Infrastruktursparte tatsächlich zu monetarisieren.
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