Evonik Aktie: Barclays dreht die Meinung
Barclays hat Evonik von „Equal Weight" auf „Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 16 auf 17 Euro angehoben. Der Kurswechsel der britischen Investmentbank fußt auf zwei konkreten Thesen: einem Methionin-Markt, der sich strukturell dreht, und einer Energieabsicherung, die Evonik gegenüber der Konkurrenz abschirmt.
Methionin und Energie: Zwei Argumente für die Hochstufung
Analyst Anil Shenoy nennt den Methionin-Preisverfall als seinen zentralen Sorgenfaktor der Vergangenheit. Durch Versorgungsengpässe infolge des Iran-Kriegs hat sich das Bild gewandelt: Asiatische Produzenten geraten unter Druck, globale Abnehmer weichen auf nicht-asiatische Quellen aus — und das verschiebt Volumenströme zugunsten von Evonik. Methionin-Preise sind bereits sowohl in China als auch in Europa gestiegen.
Zwar hat Evonik nach dem Ausfall eines Rohstofflieferanten höhere Gewalt für Teile seiner Methionin-Anlage in Singapur angemeldet. Entscheidend ist laut Barclays jedoch, dass derselbe Versorgungsschock chinesische Wettbewerber trifft — der Vorteil bleibt also erhalten.
Beim Thema Energie kommt ein weiterer Faktor hinzu: Evonik sichert rund 80 Prozent seines Energiebedarfs über vorab vereinbarte Verträge ab, deutlich mehr als der Branchendurchschnitt. Das macht das Unternehmen weniger anfällig für den hohen Gaspreis. Barclays revidierte seine Netto-Preisannahme von minus 105 Millionen Euro auf null und hebt die EBITDA-Schätzung für 2026 auf 1,89 Milliarden Euro — drei Prozent über dem Marktkonsens.
Portfoliobereinigung und offene Baustellen
Parallel läuft die strategische Neuausrichtung. Bis 2027 plant Evonik keine Übernahmen, sondern konzentriert sich auf Schuldenabbau und den Verkauf von Syneqt und Oxeno. Barclays sieht dabei Potenzial: Angesichts jüngster Transaktionen im Bereich chemischer Infrastrukturdienstleistungen — etwa die Übernahme von 49 Prozent an Diamond Infra durch Macquarie zum Neunfachen des EV/EBITDA — könnte Syneqt mit seinem EBITDA von rund 200 Millionen Euro ein höheres Multiple erzielen als Evoniks aktuell implizierte Bewertung.
Zwei Unsicherheitsfaktoren bleiben. Der seit September 2025 vakante CFO-Posten soll bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 besetzt sein — eine virtuelle Veranstaltung in Essen, auf der auch über die Dividende abgestimmt wird. Für 2025 schlägt der Vorstand eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Aktie vor; ab 2026 gilt eine neue Politik mit 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns. Zudem gehen die Chemie-Tarifverhandlungen am 24. und 25. März in die nächste Runde — bisher ergebnislos, belastet durch Energiepreise, Konjunkturflaute und US-Zölle.
Barclays bewertet Evonik mit dem Zwölffachen des 2027er Gewinns je Aktie, in Linie mit dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Aktie notiert aktuell bei 13,91 Euro — mit gut 20 Prozent Abstand zum neuen Kursziel ist das Aufwärtspotenzial laut Barclays vorhanden, sofern Methionin-Rückenwind und Portfolioverkäufe wie erwartet greifen.
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