Evonik Aktie: Drei Entscheidungen auf einmal
Selten ballen sich bei einem Unternehmen so viele offene Fragen in so kurzer Zeit. Evonik steht in dieser Woche vor einem Schlüsselmoment: Heute und morgen verhandeln IGBCE und Arbeitgeber in Bad Breisig über den Chemie-Tarifabschluss 2026 — nach zwei ergebnislosen Runden. Für den Essener Spezialchemiekonzern ist das Ergebnis alles andere als eine Branchenformalität.
Sparprogramm trifft auf Gewerkschaftsforderungen
Der Grund für die besondere Brisanz liegt im Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made". Es soll bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro bringen, rund 80 Prozent davon durch Personalabbau — weltweit bis zu 2.000 Stellen, davon etwa 1.500 in Deutschland.
Die Gewerkschaft fordert spürbare Lohnsteigerungen oberhalb der Inflationsrate und Beschäftigungssicherung für die rund 585.000 Beschäftigten der Branche. Die Arbeitgeberseite pocht auf Zurückhaltung und verweist auf Standortprobleme, Anlagenschließungen und abwandernde Investitionen. IGBCE-Verhandlungsführer Oliver Heinrich bezeichnete das bisherige Arbeitgeberangebot als zu weit von der Lebensrealität entfernt.
Höhere Tarifkosten würden den bereinigten Nettogewinn schmälern — der wiederum als Berechnungsbasis für die neue Dividendenpolitik dient. Ab 2026 plant Evonik eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns. Für 2025 schlägt der Vorstand bereits eine reduzierte Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor, nach 1,17 Euro im Vorjahr.
Schwache Kennzahlen, fehlendes Führungspersonal
Die Ausgangslage für all das ist angespannt. Der Return on Capital Employed lag zuletzt bei nur 6,1 Prozent — das mittelfristige Ziel liegt bei 11 Prozent. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro, und für 2026 rechnet das Management mit 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro — eine nach unten angepasste Spanne.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Konzern seit September 2025 ohne Finanzvorstand agiert. Die Nachbesetzung ist bis zur Hauptversammlung am 3. Juni 2026 geplant. In einer Phase, in der Kostenstruktur und Dividendenpolitik neu justiert werden, ist das eine strukturelle Lücke.
Die Aktie notiert mit einem RSI von 28,9 im überverkauften Bereich und hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast halbiert. Ein moderater Tarifabschluss in Bad Breisig würde die Planbarkeit des Sparprogramms deutlich verbessern. Ein teures Ergebnis hingegen setzt den Sparkurs unter erheblichen Druck — und damit auch die Dividendenerwartungen, über die auf der Hauptversammlung im Juni abgestimmt wird. Die nächste Orientierung liefert die Quartalsmitteilung für Q1 am 8. Mai 2026.
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