Evonik Aktie: Neue Signale
Evonik startet mit einem doppelten Signal in das neue Jahr: Morgan Stanley nimmt seinen Pessimismus zurück, gleichzeitig ist der Konzernumbau mit der Ausgliederung der Infrastruktursparte in die SYNEQT GmbH operativ vollzogen. Steht damit eine echte Entlastung für die lange belastete Aktie bevor?
Analysten schwenken um
Morgan Stanley hat seine Einschätzung für den Essener Spezialchemiekonzern überarbeitet und die Aktie von „Underweight“ auf „Equal-weight“ hochgestuft. Damit endet eine mehr als einjährige Phase klarer Skepsis, die im Dezember 2024 mit dem Hinweis auf Margendruck und eine zähe Erholung begonnen hatte.
Hintergrund der Kehrtwende ist vor allem die Bewertung: Mit einem Kurs von aktuell 13,27 Euro bewegt sich die Aktie nahe ihrem 52‑Wochen-Tief von 12,83 Euro und liegt rund 40 % unter dem Hoch von 22,26 Euro aus dem März 2025. Auf diesem Niveau sehen die Analysten das Chance-Risiko-Verhältnis wieder ausgewogener.
Wesentliche Punkte der aktuellen Situation:
- Kurs aktuell: 13,27 Euro
- 52‑Wochen-Spanne: 12,83 – 22,26 Euro
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –40 %
- 12‑Monats-Performance: ca. –21 %
- Einstufung Morgan Stanley: von „Underweight“ auf „Equal-weight“
Nach Monaten mit deutlichem Verkaufsdruck deutet die veränderte Analystenmeinung darauf hin, dass der Abgabedruck institutioneller Investoren nachlassen könnte. Ein Kaufsignal ist das zwar noch nicht, aber der Titel wird nicht länger als klarer Problemfall eingeordnet.
SYNEQT: Umbau wird konkret
Deutlich strategischer wirkt der zweite Impuls: Zum 1. Januar 2026 hat Evonik seine Infrastruktursparte in die eigenständige Tochter SYNEQT GmbH ausgegliedert. Damit wird ein zentraler Baustein des Konzernumbaus nun operativ sichtbar.
Die wichtigsten Eckdaten von SYNEQT:
- Umsatzvolumen: rund 1,8 Milliarden Euro
- Belegschaft: etwa 3.500 Mitarbeiter an den Standorten Marl und Wesseling
- Fokus: Energieversorgung, Logistik und technischer Service
Mit der rechtlichen Verselbstständigung schafft der Konzern die Basis, um perspektivisch Investoren zu beteiligen oder die Einheit vollständig zu veräußern. Das stabile Infrastrukturgeschäft wird am Markt häufig mit höheren Bewertungsmultiplikatoren versehen als zyklische Chemieaktivitäten – dieser bisher verdeckte Wert („Hidden Value“) wird durch die Abspaltung klarer erkennbar.
Gleichzeitig unterstreicht das Management seinen Kurs, das Portfolio stärker auf margenstarke Spezialchemie zu fokussieren. Die operative Umsetzung des Umbaus ist damit einen wichtigen Schritt vorangekommen und verlässt die reine Ankündigungsebene.
Chartbild: Entlastung nach langer Schwäche
Trotz der heute minimalen Tagesveränderung von –0,08 % bleibt der charttechnische Blick interessant. Der Kurs liegt derzeit leicht über dem jüngsten Tief und knapp unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 13,51 Euro. Zum langfristigen 200‑Tage-Durchschnitt von 16,39 Euro besteht mit rund –19 % jedoch weiterhin deutlicher Abstand – ein Hinweis darauf, wie stark der Wert in den vergangenen Monaten gefallen ist.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14‑Tage-Basis notiert mit 15,8 im deutlich überverkauften Bereich. In Kombination mit der hohen 30‑Tage-Volatilität von 66,63 % zeigt sich ein Titel, der stark gelitten hat und bei dem bereits viel Pessimismus eingepreist sein dürfte.
Im Zusammenspiel mit der Hochstufung durch Morgan Stanley und dem operativen Fortschritt bei SYNEQT ergibt sich damit ein Umfeld, in dem zumindest eine technische Erholung möglich erscheint, sofern weitere negative Nachrichten ausbleiben.
Fazit: Wendepunkt mit Bewährungsprobe
Der 5. Januar 2026 markiert einen möglichen Wendepunkt: Die Infrastruktursparte ist als SYNEQT organisatorisch verselbstständigt, und ein zuvor skeptischer Großanalyst zieht seine negative Bewertung zurück. Damit verschiebt sich das Bild von einem klaren Verkaufskandidaten hin zu einer neutral eingeschätzten Aktie mit erkennbarem Restrukturierungskurs.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob Evonik die erhofften Effizienzgewinne und Bewertungsimpulse aus der neuen Struktur in den kommenden Quartalszahlen sichtbar machen kann. Gelingt das, könnte die aktuell niedrige Bewertung zum Ausgangspunkt für eine nachhaltige Erholung werden.
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