Während die Chemiebranche mit tiefgreifenden Strukturproblemen kämpft, setzt Evonik-Chef Christian Kullmann ein deutliches politisches Zeichen. In einem aktuellen Interview übte der Manager scharfe Kritik an der zunehmenden Annäherung von Wirtschaftsteilen an die AfD. Doch vor dem Hintergrund eines Aktienkurses in der Nähe des 52-Wochen-Tiefs drängt sich die Frage auf, wie stark die wirtschaftlichen Ängste die politische Debatte tatsächlich treiben.

  • Politisches Signal: CEO Kullmann warnt vor Annäherung an die AfD.
  • Kursentwicklung: Aktie notiert mit 13,06 Euro nahe dem Jahrestief.
  • Performance: Kursverlust von über 27 Prozent auf Zwölfmonatssicht.
  • Nächster Termin: Zahlenvorlage für das Gesamtjahr am 4. März 2026.

Warnung vor dem Rechtsruck

In einem Gespräch mit dem „Spiegel“ fand Christian Kullmann am Sonntag deutliche Worte. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete die Tendenz einiger mittelständischer Unternehmen, sich der Alternative für Deutschland zu öffnen, als „desaströs“. Er zeigte sich „bestürzt und wirklich wütend“ über diese Entwicklung und forderte eine klare Abgrenzung der Industrie.

Kullmann identifizierte die Angst vor Wohlstandsverlust und sozialem Abstieg als treibende Kraft hinter dieser politischen Verschiebung. Diese Sorge ist in der energieintensiven Chemiebranche nicht unbegründet. Der Verband der Familienunternehmen hatte zuletzt durch eine Einladung an AfD-Vertreter für interne Kontroversen gesorgt, was die Dringlichkeit von Kullmanns Appell unterstreicht.

Chartbild bleibt angespannt

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?

Der Appell zur Stärkung der Industrie trifft auf eine harte Realität am Kapitalmarkt. Die Evonik-Aktie spiegelt die Skepsis der Anleger deutlich wider: Mit einem aktuellen Kurs von 13,06 Euro notiert das Papier nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 12,62 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten summieren sich die Verluste auf rund 27,30 Prozent.

Technisch betrachtet befindet sich der Titel weiterhin in einem intakten Abwärtstrend. Der Abstand zur langfristig relevanten 200-Tage-Linie beträgt derzeit gut 16 Prozent, was den Verkaufsdruck der letzten Monate illustriert. Die fundamentale Schwäche der europäischen Chemiebranche durch hohe Energiekosten und flaue Nachfrage lastet weiterhin schwer auf der Bewertung.

Der Fokus der Marktteilnehmer richtet sich nun auf den 4. März 2026. Die anstehenden Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 werden zeigen müssen, ob das operative Geschäft den Boden gefunden hat. Ohne positive Impulse aus der Bilanz dürfte eine nachhaltige Erholung schwerfallen.

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 2. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 2. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...