Evonik Aktie: CEO wettert gegen AfD
Klare Kante statt Zurückhaltung: Der Vorstandschef von Evonik warnt vor politischen Entwicklungen in der deutschen Wirtschaft. Christian Kullmann zeigt sich „bestürzt und richtig sauer" über die Annäherung von Teilen des Mittelstands an die AfD. Zeitgleich laufen in China Produktionsanlagen mit Evonik-Technologie unter Volllast.
Die wichtigsten Punkte:
- CEO Kullmann kritisiert im Spiegel-Interview Annäherung des Mittelstands an AfD
- Warnung vor „autoritärem Aufräumen" statt demokratischem Diskurs
- Chinesische HPPO-Anlage mit Evonik-Technologie läuft unter Volllast
- Aktie notiert bei 13,10 Euro – über 40 Prozent unter Jahreshoch
Scharfe Töne aus der Konzernzentrale
Kullmanns Interview am Wochenende markiert eine ungewöhnlich deutliche politische Positionierung. Der Manager bezieht sich dabei auf Vorgänge im Verband der Familienunternehmen, wo Einladungen an AfD-Vertreter im Oktober 2025 zu Austritten namhafter Firmen wie Rossmann und Vorwerk führten. Auch die Kontakte des Unternehmers Theo Müller zur AfD-Spitze bilden den Hintergrund für Kullmanns Intervention.
Die Positionierung ist nicht nur politisch relevant. Als MDax-Schwergewicht mit über 30.000 Mitarbeitern repräsentiert Evonik auch die internationale Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Kullmann warnt, dass autoritäre Tendenzen dem demokratischen Diskurs vorgezogen werden könnten – eine Entwicklung, die er als „fatal" bezeichnet.
Technologie-Export nach Fernost
Parallel zu den politischen Aussagen gibt es operative Signale aus dem asiatischen Markt. Der chinesische Chemiekonzern Qixiang Tengda meldete zum Monatswechsel, dass seine Anlage für Propylenoxid mit 300.000 Jahrestonnen Kapazität unter Volllast läuft. Die Anlage nutzt die HPPO-Technologie, die gemeinsam von Evonik und ThyssenKrupp entwickelt wurde.
Die Auslastung zeigt die technologische Relevanz der Evonik-Lizenzen im globalen Chemiemarkt. Allerdings prognostiziert der chinesische Partner selbst für 2025 einen Verlust – ein Hinweis auf die allgemeine Branchenschwäche.
Stabilisierender Ankeraktionär
Die RAG-Stiftung hält weiterhin knapp 47 Prozent der Anteile am Konzern. Diese Eigentümerstruktur wirkt stabilisierend, auch wenn die Aktie mit einem RSI von 15,8 technisch überverkauft erscheint. Im dritten Quartal 2025 meldete das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von 448 Millionen Euro bei einem Jahresumsatz von 15,2 Milliarden Euro.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die politische Positionierung des CEOs bei institutionellen Anlegern Resonanz findet oder ob operative Entwicklungen im Vordergrund bleiben.
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