Die Luft für den Essener Chemiekonzern wird dünner. Während Evonik operativ auf Nachhaltigkeit setzt, ziehen Analysten die Reißleine und warnen vor weiteren Kursverlusten. Kurz vor der Veröffentlichung der Jahreszahlen stellt sich die Frage: Hat die Aktie ihren Boden gefunden oder droht weiteres Ungemach durch eine fundamentale Neubewertung?

  • Analysten-Votum: Berenberg stuft auf "Sell" herab mit Kursziel 11,60 Euro.
  • Wichtiger Termin: Jahresfinanzbericht folgt am 4. März 2026.
  • Trend: Kursverlust von über 28 % auf Zwölf-Monats-Sicht.

Die Skepsis am Markt manifestierte sich deutlich in der jüngsten Analyse der Privatbank Berenberg vom 7. Januar. Die Experten stuften den Titel nicht nur von "Hold" auf "Sell" herab, sondern kappten das Kursziel drastisch auf 11,60 Euro. Ein Blick auf den Schlusskurs vom Freitag bei 13,10 Euro verdeutlicht die Brisanz: Die Analysten sehen signifikantes Abwärtspotenzial, während der breite Marktkonsens (ca. 15,50 Euro) noch optimistischer gestimmt ist.

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Diese Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Das Sentiment leidet unter der im dritten Quartal 2025 gesenkten Prognose für das bereinigte EBITDA auf rund 1,9 Milliarden Euro. Zusätzlich belasteten Wertberichtigungen in Höhe von 170 Millionen Euro auf Produktionsanlagen in Deutschland und Belgien das Ergebnis.

Lichtblick Kreislaufwirtschaft?

Operativ versucht sich Evonik gegen den negativen Trend zu stemmen und setzt auf Produktinnovationen. Mit der Einführung von TROGAMID® R am 23. Januar präsentierte der Konzern ein transparentes Hochleistungspolyamid aus recycelten Materialien, das zunächst für Brillengestelle genutzt wird. Solche Fortschritte schärfen zwar das Profil im Bereich Nachhaltigkeit, können die fundamentalen Sorgen um die Ertragskraft im aktuellen Marktumfeld jedoch kaum überlagern.

Charttechnik und Termine

Die Anleger reagierten auf die Gemengelage zuletzt mit Rückzug. Auf Sicht von zwölf Monaten verlor das Papier über 28 Prozent an Wert und notiert aktuell gefährlich nahe am 52-Wochen-Tief von 12,62 Euro. Der extrem niedrige RSI-Wert von 15,8 deutet zwar technisch auf eine überverkaufte Situation hin, spiegelt aber auch das enorme Misstrauen der Marktteilnehmer wider.

Entscheidend wird nun der 4. März 2026. An diesem Datum legt Evonik den vollständigen Geschäftsbericht für 2025 vor. Investoren werden genau prüfen, ob die gesenkte Prognose sicher erreicht wurde und vor allem, welchen Ausblick das Management für das laufende Jahr gibt. Erst eine glaubwürdige Strategie für profitables Wachstum könnte den Abwärtstrend nachhaltig brechen.

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