Der Spezialchemie-Konzern Evonik liefert operative Erfolge am laufenden Band: Neue Recycling-Lösungen und eine vertiefte Partnerschaft mit dem Kosmetikriesen L'Oréal zeugen von strategischem Weitblick. Doch an der Börse finden diese Fortschritte derzeit keinen Widerhall. Statt einer Erholung drückt die miserable Branchenstimmung den Kurs weiter in Richtung Jahrestief.

Die Lage im Überblick

  • Strategischer Erfolg: Neuer Inhaltsstoff gemeinsam mit L'Oréal in China registriert.
  • Nachhaltigkeit: Markteinführung des Recycling-Kunststoffs TROGAMID® R.
  • Marktreaktion: Aktie verliert im Monatsvergleich über 14 Prozent.
  • Belastungsfaktor: Negative Analystenkommentare zum Wettbewerber BASF drücken den gesamten Sektor.

L'Oréal und Recycling als Hoffnungsträger

Evonik treibt seine Transformation konsequent voran. Am heutigen Freitag, den 23. Januar 2026, stellte das Unternehmen mit TROGAMID® R einen transparenten Hochleistungskunststoff vor, der aus Produktionsabfällen der Brillenindustrie gewonnen wird. Mit Nylo Zero® steht bereits der erste Abnehmer fest, was die Ernsthaftigkeit der Kreislauf-Strategie unterstreicht.

Parallel dazu gelingt ein wichtiger Schritt im Wachstumsmarkt China. Behördliche Daten belegen, dass Evonik gemeinsam mit L'Oréal einen neuen kosmetischen Inhaltsstoff als "New Cosmetic Ingredient" (NCI) registriert hat. Diese direkte Integration der Evonik-Forschung in die Lieferkette des weltgrößten Kosmetikherstellers stärkt die Sparte "Personal Care" erheblich und sichert langfristige Umsätze in einem ansonsten volatilen Umfeld.

BASF zieht Sektor nach unten

Doch die operative Stärke prallt an der harten Realität des Aktienmarktes ab. Der gesamte Chemiesektor leidet unter den negativen Vorgaben des Konkurrenten BASF. Analysten von JPMorgan bestätigten ihr "Underweight"-Rating für den Ludwigshafener Rivalen aufgrund verfehlter Gewinnerwartungen.

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Diese Skepsis färbt unmittelbar auf Evonik ab. Investoren ignorieren die individuellen Fortschritte und verkaufen Chemie-Titel derzeit pauschal ab. Die Angst vor einer anhaltenden zyklischen Schwäche wiegt schwerer als Erfolgsmeldungen aus der Produktentwicklung.

Charttechnik: Massive Übertreibung?

Ein Blick auf die Kursdaten verdeutlicht die prekäre Lage, zeigt aber auch eine extreme Situation auf. Mit einem aktuellen Kurs von 13,19 Euro notiert das Papier in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Tief von 12,62 Euro. Allein in den letzten 30 Tagen verlor der Titel 14,42 Prozent an Wert.

Interessant für risikobewusste Anleger ist jedoch der Relative Strength Index (RSI). Mit einem Wert von 15,8 ist die Aktie massiv überverkauft. Statistisch gesehen steigt bei derart tiefen Werten die Wahrscheinlichkeit einer technischen Gegenbewegung, da der Verkaufsdruck oft überzogen ist. Dennoch mahnt das Analystenhaus Berenberg mit einem Kursziel von 11,60 Euro weiterhin zur Vorsicht.

Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und der Kursentwicklung ist offensichtlich. Während das Management langfristige Weichen stellt, dominiert kurzfristig die Sektor-Panik. Entscheidend wird sein, ob Evonik in den für Anfang März erwarteten detaillierten Finanzberichten beweisen kann, dass es sich von der Schwäche der Konkurrenz abkoppeln kann.

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