Evonik Aktie: Innovationen reichen nicht
Der Spezialchemie-Konzern aus Essen steckt mitten in der größten Restrukturierung seiner Geschichte – und braucht sie offenbar auch dringend. Während Evonik mit neuen Produkten punkten will, bleibt die fundamentale Schwäche unübersehbar. Die Aktie hat seit dem Jahreshoch im März über 43 Prozent verloren und notiert aktuell auf 52-Wochen-Tief.
Die wichtigsten Fakten:
- Adjusted EBITDA 2025 voraussichtlich nur 1,9 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,07 Mrd.)
- Bis zu 2.000 Stellen sollen bis 2027 wegfallen
- Jahresfinanzbericht wird am 4. März veröffentlicht
- Aktienkurs bei 12,65 Euro, weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 15,99 Euro
Schwache Nachfrage belastet weiter
Die Zahlen aus dem dritten Quartal 2025 zeichneten ein deutliches Bild: Das bereinigte EBITDA brach um 22 Prozent auf 448 Millionen Euro ein, der Umsatz sank um zwölf Prozent auf 3,39 Milliarden Euro. CEO Christian Kullmann musste eingestehen: "Die erwartete Erholung im September blieb aus."
Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem adjusted EBITDA von rund 1,9 Milliarden Euro – ein Rückgang von gut acht Prozent. Die EBITDA-Marge rutschte im dritten Quartal auf 13,2 Prozent ab, nach 15,1 Prozent im Vorjahr.
Mammut-Umbau als einziger Ausweg
Das Effizienzprogramm "Evonik Tailor Made" soll bis Ende 2026 jährlich 400 Millionen Euro einsparen. Die Maßnahmen sind einschneidend: Die Managementebenen werden von zehn auf maximal sechs reduziert, mehr als 3.000 Organisationseinheiten verschwinden. Bis zu 2.000 Arbeitsplätze fallen weltweit weg.
Besonders brisant: Die Standorte Marl und Wesseling mit 3.600 Beschäftigten könnten ausgegliedert werden. Bis Ende 2025 sollten 90 Prozent aller Geschäftsbereiche umstrukturiert sein. Akquisitionen hat der Vorstand bis 2027 komplett ausgesetzt.
Neue Produkte als Hoffnungsschimmer
Am 20. Januar stellte Evonik mit TEGO Dispers 695 eine neue Hyperdispersant-Technologie für Druckfarben vor. Das Produkt verspricht kürzere Verarbeitungszeiten, bessere Farbstärke und höhere Stabilität – ein Patent wurde eingereicht. Die Innovation stammt aus dem Custom Solutions Segment, das rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Seit April 2025 operiert der Konzern in neuer Struktur: Die bisherigen drei Divisionen wurden zu zwei Säulen zusammengefasst. Custom Solutions (ca. 6 Mrd. Euro Umsatz) bündelt innovationsgetriebene Spezialitäten, Advanced Technologies (ebenfalls ca. 6 Mrd. Euro) die effizienzorientierten Geschäfte.
Am 4. März folgen die Zahlen
Die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts am 4. März wird zeigen, ob die eingeleiteten Maßnahmen erste Früchte tragen. Der Markt bleibt skeptisch: Mit einem RSI von 15,8 befindet sich die Aktie im technisch überverkauften Bereich. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von 15,27 Euro – gut 20 Prozent über dem aktuellen Niveau. Doch solange die Nachfrage nicht anzieht, bleiben selbst Produktinnovationen nur Schadensbegrenzung.
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