Evonik Aktie: Dividende lockt
Hohe Dividende trifft schwaches Kursbild: Während Analysten ihre Erwartungen an Evonik zuletzt zurücknehmen, setzt die Aktie zu einer Gegenbewegung an. Im Zentrum steht die Frage, ob die attraktive Ausschüttungsperspektive den anhaltenden Abwärtstrend wirklich brechen kann. Anleger stellen damit die vorsichtigen Stimmen der Banken zumindest kurzfristig in den Schatten.
Analysten bremsen – Aktie legt zu
BNP Paribas hat ihre Einschätzung für Evonik grundlegend überarbeitet. Die französische Großbank war mit einem optimistischen „Outperform“-Votum und einem Kursziel von 22 Euro gestartet, sieht die Lage nun aber deutlich nüchterner. Die Einstufung wurde auf „Neutral“ heruntergestuft, das Kursziel signifikant gesenkt. Damit signalisiert BNP Paribas eine verhaltenere Sicht auf die kurz- bis mittelfristige Entwicklung.
Die Aktie reagierte darauf allerdings nicht mit Schwäche, sondern mit einem deutlichen Tagesplus. Das Handelsvolumen im Xetra-Handel war rege, was zeigt: Trotz verschärfter Analysten-Töne fanden sich ausreichend Käufer.
Auch andere Häuser geben eher vorsichtige Signale:
- BNP Paribas (21.01.2026): Herabstufung auf „Neutral“ nach zuvor „Outperform“
- JPMorgan (16.01.2026): „Neutral“, mit Verweis auf Überkapazitäten aus China
- Barclays (16.01.2026): Einstufung „Equal Weight“ bestätigt
- Berenberg (07.01.2026): „Sell“ mit Kursziel 11,60 Euro
Die Botschaft: Von der Analystenseite kommt derzeit kaum Rückenwind.
Dividendenrendite als Hauptargument
Dennoch rückt ein Faktor Evonik in den Fokus von einkommensorientierten Investoren: die Dividende. Auf Basis aktueller Schätzungen wird dem MDAX-Wert für 2026 die höchste Dividendenrendite im Index zugeschrieben. Prognostiziert werden rund 8,9 Prozent – ein Wert, der in der aktuellen Marktphase heraussticht.
Wichtige Punkte im Überblick:
- Prognostizierte Dividendenrendite 2026: ca. 8,9 % (MDAX-Spitzenwert)
- Schlusskurs heute: 12,85 Euro
- Kursveränderung 12 Monate: rund -27,6 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (22,26 Euro): etwa -42 %
- Nähe zum 52‑Wochen-Tief (12,62 Euro): nur gut 1,8 % darüber
- RSI (14 Tage) bei 15,8: technisch stark überverkauft
Die hohe Rendite ist damit weniger Ergebnis sprunghaft steigender Gewinne als vielmehr Folge des deutlich gefallenen Kurses. Genau darin liegt der Kernkonflikt: Die Ausschüttung wirkt attraktiv, doch die Frage ist, ob sie sich dauerhaft aus dem operativen Geschäft tragen lässt.
Chartbild: Erholung im Abwärtstrend
Trotz der jüngsten Erholung bleibt der Blick auf die längerfristige Kursentwicklung ernüchternd. Auf Jahressicht liegt die Aktie mehr als ein Viertel im Minus. Vom 52‑Wochen-Hoch hat sich der Kurs um gut 42 Prozent entfernt und notiert nur knapp über dem Jahrestief.
Auch der Vergleich mit den gleitenden Durchschnitten unterstreicht das angeschlagene Bild:
- Kurs rund 3,7 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt (13,34 Euro)
- Kurs rund 19,7 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt (16,00 Euro)
Der jüngste Sprung über die Marke von 13 Euro sorgte zwar kurzfristig für Entlastung, ändert aber nichts daran, dass der übergeordnete Trend aktuell abwärts gerichtet bleibt. Langfristig zeigt sich das besonders deutlich: Wer vor zehn Jahren zu Kursen um 27,75 Euro eingestiegen wäre, läge ohne Berücksichtigung der Dividenden deutlich im Minus.
Fazit: Dividende allein reicht nicht
Evonik steht an einem kritischen Punkt zwischen hoher Ausschüttungsattraktivität und schwacher Kursentwicklung. Die prognostizierte Dividendenrendite von knapp 9 Prozent erklärt das aktuelle Kaufinteresse, während die Analystenlandschaft überwiegend zurückhaltend bleibt und auf strukturelle Risiken wie Überkapazitäten verweist.
Für eine echte Trendwende werden die kommenden Geschäftszahlen entscheidend. Sie müssen zeigen, ob die geplante Dividende nachhaltig aus dem operativen Ergebnis verdient wird. Gelingt hier ein überzeugender Nachweis, könnte sich die aktuelle Kombination aus hoher Rendite und stark gefallenen Kursen als Chance erweisen – bleibt der operative Beleg aus, dürfte der langfristige Abwärtstrend das Bild weiterhin prägen.
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