Der Zahlungsdienstleister PayPal kommt derzeit nicht zur Ruhe. Nach einem enttäuschenden Quartalsbericht, der einen massiven Kursrutsch auslöste und den CEO den Job kostete, formieren sich nun die Investoren. Mehrere Anwaltskanzleien bereiten Sammelklagen vor und werfen dem Management vor, die Aktionäre mit irreführenden Aussagen getäuscht zu haben.

Die Hintergründe des Kursrutsches

Auslöser der juristischen Probleme ist der Anfang Februar präsentierte Geschäftsbericht für das vierte Quartal. PayPal verfehlte nicht nur die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn, sondern schockierte den Markt vor allem mit einer deutlichen Wachstumsabschwächung im wichtigen Kerngeschäft: Das Wachstum bei den Marken-Checkouts (Branded Checkout) brach auf lediglich ein Prozent ein. Zudem zog das Unternehmen seine langfristigen Finanzziele für das Jahr 2027 komplett zurück.

Als Reaktion stürzte die Aktie an nur einem Handelstag um rund 20 Prozent ab. Aktuell notiert das Papier bei 38,69 Euro, was einem Verlust von gut 22 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Genau hier setzen die Kläger an: Sie werfen PayPal vor, die tatsächliche Lage des Vertriebs und das angebliche Wachstumspotenzial im Vorfeld viel zu optimistisch dargestellt zu haben. Betroffene Anleger haben nun bis zum 20. April 2026 Zeit, sich den Sammelklagen als Hauptkläger anzuschließen.

Führungswechsel unter Druck

Der Aufsichtsrat reagierte auf die operative Schwäche mit einem harten Schnitt. Da das Tempo der Veränderungen unter dem bisherigen CEO Alex Chriss nicht den Erwartungen entsprach, wurde dieser abgelöst. Seit Anfang März lenkt nun Enrique Lores, der zuvor mehr als sechs Jahre den Technologiekonzern HP führte, die Geschicke von PayPal. Von ihm wird erwartet, die Innovationskraft und die operative Disziplin deutlich zu erhöhen.

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Doch das Marktumfeld bleibt schwierig. Neben den Klagen belastet der kürzliche Ausschluss aus dem S&P 100 Index die Stimmung. Marktbeobachter registrieren zudem Aktienverkäufe aus der Führungsetage, wie etwa die jüngste Transaktion der Managerin Suzan Kereere im Wert von über 600.000 US-Dollar. Auch Analysten passen ihre Erwartungen an; so stufte KGI Securities das Papier zuletzt auf "Neutral" ab.

Technologische Neuausrichtung

Wie reagiert das Unternehmen auf diese operative Krise? Trotz der juristischen und finanziellen Turbulenzen treibt PayPal seine Technologie-Agenda voran. Ein zentraler Baustein ist die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Handel. Durch eine Partnerschaft mit OpenAI sollen Millionen von Händlern an KI-gesteuerte Einkaufsplattformen angebunden werden, um Sofortkäufe direkt in ChatGPT zu ermöglichen.

Zusätzlich forciert der Konzern den Einsatz seiner eigenen Kryptowährung. Gemeinsam mit TCS Blockchain soll der Stablecoin PYUSD genutzt werden, um Zahlungsabwicklungen in der Fracht- und Logistikbranche zu beschleunigen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr Rechnungen im Wert von über einer Milliarde US-Dollar über dieses System abzuwickeln und dabei erhebliche Kosten einzusparen.

Am 5. Mai 2026 wird PayPal die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Das Unternehmen selbst rechnet dabei nur mit einem niedrigen einstelligen Umsatzwachstum und einem rückläufigen bereinigten Gewinn je Aktie. Das Zeitfenster für den neuen CEO Enrique Lores ist somit äußerst knapp bemessen, um konkrete operative Fortschritte im schwächelnden Checkout-Geschäft nachzuweisen und den Abwärtstrend zu stoppen.

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