Bittere Pille für Einkommensinvestoren: Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik kappt die Ausschüttung auf den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt. Gleichzeitig läutet das Management mit einem grundlegenden Strategiewechsel und einem strikten Sparkurs eine neue Ära ein, um die finanzielle Flexibilität zurückzugewinnen.

Hier sind die Fakten im Überblick:

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  • Dividende: Kürzung auf 1,00 Euro je Aktie (Vorjahr: 1,17 Euro).
  • Ergebnis 2025: Bereinigtes EBITDA fällt auf 1,874 Milliarden Euro (-9 %).
  • Strategie: Neue Ausschüttungspolitik und Abbau von bis zu 2.000 Stellen.
  • Ausblick: Bereinigtes EBITDA für 2026 zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro erwartet.

Ende einer Ära bei der Ausschüttung

Die Zeit der stabilen oder steigenden Dividenden ist vorerst vorbei. Mit dem Vorschlag von 1,00 Euro je Aktie unterschreitet Evonik das Niveau der letzten Jahre deutlich und markiert den niedrigsten Wert seit 2014. Der Konzern reagiert damit auf die Notwendigkeit, Verschuldung abzubauen und Investitionen in Zukunftsprojekte aus eigener Kraft zu stemmen.

Ab 2026 greift zudem eine neue, dynamische Dividendenpolitik. Künftig sollen nur noch 40 bis 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses an die Aktionäre fließen. Rückendeckung erhält der Vorstand dabei von der RAG-Stiftung, die als größter Anteilseigner (45 Prozent) den Kurswechsel mitträgt. Die Aktie notiert derzeit bei 14,66 Euro und hat sich damit von ihrem 52-Wochen-Tief bei 12,62 Euro zuletzt etwas gelöst.

Operatives Geschäft unter Druck

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 untermauern die Dringlichkeit der Maßnahmen. Der Umsatz sank um rund 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Auch das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) ging um etwa 9 Prozent zurück. Zwar liegt Evonik damit im Rahmen der zuletzt angepassten Prognose, doch die Margen bröckeln.

Besonders das bereinigte Nettoergebnis verdeutlicht den Rückgang: Es schrumpfte von 777 Millionen Euro im Vorjahr auf 634 Millionen Euro. Lichtblick bleibt der Free Cash Flow von rund 695 Millionen Euro, der dem Unternehmen zumindest operativen Spielraum lässt.

Harter Sparkurs und Stellenabbau

Um die Kostenstruktur in dem weiterhin als "herausfordernd" bezeichneten Marktumfeld zu verbessern, greift das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“. Bis zu 2.000 Stellen sollen wegfallen. Zusätzlich wurde die Infrastrukturgesellschaft für die Chemieparks Marl und Wesseling zum Jahresstart ausgegliedert.

Für das laufende Jahr 2026 bleibt der Ausblick verhalten. Mit einer prognostizierten EBITDA-Spanne von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro signalisiert das Management Stagnation oder im schlimmsten Fall einen weiteren leichten Rückgang des operativen Gewinns.

Investoren blicken nun auf den 4. März 2026. An diesem Datum wird der vollständige Geschäftsbericht veröffentlicht, der detailliertere Einblicke in die Fortschritte des Sparprogramms geben muss, um das Vertrauen des Marktes langfristig zu sichern.

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