Die Privatbank Berenberg schlägt Alarm: Verkaufsempfehlung, drastisch gesenktes Kursziel und eine explizite Warnung vor sinkenden Dividenden. Der Spezialchemie-Konzern kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig – und könnte bald an einer besonders schmerzhaften Stelle sparen müssen.

Die Kernprobleme im Überblick:
- Neue Einstufung "Sell" mit Kursziel 11,60 Euro (zuvor 14,60 Euro)
- China plant massiven Kapazitätsausbau bei Methionin (+50% weltweit bis Anfang 2030er)
- Konzernumbau stockt: Keine Käufer für zur Disposition stehende Geschäfte
- Dividendenkürzung explizit auf dem Radar

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Berenberg zieht die Reißleine

Analyst Sebastian Bray begründet die Herabstufung von "Hold" auf "Sell" mit strukturellen Risiken, die sich nach seiner Einschätzung noch nicht vollständig im Kurs widerspiegeln. Bei einem aktuellen Niveau von 13,26 Euro impliziert das neue Kursziel ein weiteres Abwärtspotenzial von über 12 Prozent.

Der Zeitpunkt der Analyse dürfte kein Zufall sein. Die Aktie notiert bereits nahe ihrer Jahrestiefs und hat über zwölf Monate rund 21 Prozent an Wert verloren.

Das Methionin-Problem wird größer

Das Geschäft mit der Tiernahrungs-Aminosäure Methionin steht vor einer fundamentalen Zäsur. Berenberg geht davon aus, dass China bis in die frühen 2030er Jahre zusätzliche Kapazitäten von rund 1,5 Millionen Tonnen aufbaut. Das entspräche einer Erhöhung der weltweiten Produktionskapazitäten um etwa 50 Prozent.

Die Konsequenz: Ein langanhaltender Preiskampf mit entsprechendem Margendruck scheint kaum vermeidbar. Für Evonik, das im Methionin-Geschäft traditionell zu den Marktführern zählt, wäre dies ein empfindlicher Schlag.

Konzernumbau ohne Käufer

Parallel dazu kommt der geplante Portfolio-Umbau nicht voran. CEO Christian Kullmann will sich von volatilen Standardgeschäften trennen, um das Unternehmen widerstandsfähiger zu machen. Doch für die zur Veräußerung stehenden Unternehmensteile finden sich keine Abnehmer. Das bindet nicht nur Kapital, sondern verzögert die strategische Neuausrichtung erheblich.

Dividende in Gefahr

Am heikelsten dürfte für viele Aktionäre die Warnung vor einer möglichen Dividendenkürzung sein. Die operative Schwäche und die angespannte Cashflow-Situation lassen laut Berenberg wenig Spielraum für die gewohnt üppigen Ausschüttungen. Eine Kürzung würde die Aktie für einkommensorientierte Anleger deutlich unattraktiver machen.

Geteilte Meinungen am Markt

Nicht alle Analysten teilen die pessimistische Sicht. Morgan Stanley stufte die Aktie Anfang der Woche von "Underweight" auf "Equal-weight" hoch. Auch die Deutsche Bank hält an ihrem "Hold"-Votum fest. Diese Uneinigkeit zeigt: Während einige die niedrige Bewertung bereits als Boden interpretieren, befürchten andere, dass die strukturellen Belastungen noch nicht vollständig eingepreist sind.

Quartalszahlen als Lackmustest

In wenigen Wochen folgen die Ergebnisse für das vierte Quartal. Dann muss das Management Klarheit schaffen: Gibt es Fortschritte bei den geplanten Verkäufen? Wie entwickelt sich das operative Ergebnis? Und vor allem: Bleibt die Dividende stabil oder nicht? Bis dahin dürfte die Berenberg-Studie auf dem Kurs lasten.

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