Die Spezialchemie-Aktie gerät zwischen die Fronten: Berenberg empfiehlt den Verkauf und sieht weiteres Abwärtspotenzial von zwölf Prozent. Gleichzeitig hält Barclays an einem Kursziel fest, das über 20 Prozent Luft nach oben signalisiert. Diese Spreizung von fast 40 Prozent zwischen den Bewertungen ist ungewöhnlich – und wirft die Frage auf, was die faire Bewertung des Essener Konzerns eigentlich ist.

Die wichtigsten Fakten:

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  • Berenberg stuft auf „Sell" mit Kursziel 11,60 Euro
  • Barclays bleibt bei „Equal Weight" und 16,00 Euro Kursziel
  • Aktie schloss am Freitag bei 13,24 Euro (+1,53%)
  • Dividendenkürzung steht im Raum
  • Titel verlor in zwölf Monaten über 20 Prozent

Berenberg sieht strukturelle Probleme

Das Bankhaus Berenberg begründet seine negative Einschätzung mit Sorgen um die Dividendenpolitik. Bei einem Kursziel von 11,60 Euro läge die Aktie noch einmal gut zehn Prozent tiefer als aktuell. Die Analysten gehen offenbar davon aus, dass der Konzern seine Ausschüttung nicht wird halten können.

Diese Befürchtung wiegt schwer, denn Evonik galt lange als verlässlicher Dividendenzahler. Sollte das Management tatsächlich zu einer Kürzung gezwungen sein, dürfte das institutionelle Investoren abschrecken.

Barclays setzt auf Gegenbewegung

Die britische Investmentbank argumentiert deutlich optimistischer. Mit einem Kursziel von 16,00 Euro signalisieren die Analysten Vertrauen in eine Erholung. Ihr „Equal Weight"-Rating deutet darauf hin, dass sie die aktuellen Probleme als temporär einstufen.

Auch Deutsche Bank Research und UBS bewegten sich zuletzt mit Kurszielen um 13,00 Euro im neutralen Bereich. Die extreme Position nimmt damit Berenberg allein ein.

Charttechnik gibt wenig Rückenwind

Aus technischer Sicht fehlen der Aktie klare Kaufsignale. Der RSI von 15,8 zeigt zwar eine überverkaufte Situation an, doch nachhaltige Bodenbildungen brauchen Zeit. Mit nur drei Prozent Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 12,83 Euro fehlt ein Polster nach unten.

Die hohe Volatilität von 67 Prozent auf Jahressicht unterstreicht die Nervosität der Marktteilnehmer. Solange die Aktie deutlich unter ihrem 200-Tage-Schnitt von 16,29 Euro notiert, bleibt der übergeordnete Trend abwärts gerichtet.

Dividende als Zünglein an der Waage

Der Markt wartet jetzt auf ein klares Signal aus Essen. Bekräftigt das Management die Ausschüttung, könnte die Barclays-These an Kraft gewinnen. Eine Kürzung hingegen würde Berenbergs Skepsis bestätigen und den Weg Richtung 12-Euro-Marke ebnen. Bis zur Klärung dieser Frage bleibt die Aktie ein Spielball widersprüchlicher Einschätzungen.

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