Evonik Aktie: Abwärtstrend zementiert
Evonik rutscht weiter in eine schwierige Phase. Strukturelle Probleme in der Chemiebranche, schwache Endmärkte und zunehmend skeptische Analysten setzen den Kurs unter Druck. Besonders kritisch: Wichtige Margenbringer wie das Methionin-Geschäft stehen im Gegenwind.
Analysten werden pessimistischer
In den letzten Tagen haben mehrere Banken ihre Einschätzungen bestätigt oder verschärft – und der Tenor ist eindeutig verhalten. Besonders ins Gewicht fällt die Entscheidung von Berenberg, die Aktie auf „Sell“ zu stufen und das Kursziel auf 11,60 Euro zu senken. Das liegt klar unter dem aktuellen Niveau von 12,63 Euro.
Andere Institute wie JP Morgan und Barclays bleiben zwar bei neutralen Einschätzungen („Neutral“, „Equal Weight“), liefern aber keinen positiven Impuls. Die Summe dieser Einschätzungen unterstreicht die wachsende Skepsis gegenüber der operativen Entwicklung.
Wesentliche Punkte aus Analystensicht:
- Berenberg stuft auf „Sell“ mit Kursziel 11,60 Euro ab
- JP Morgan und Barclays bleiben bei neutralen Ratings
- Begründung: anhaltender Margen- und Preisdruck in der Branche
- Eingetrübte Aussichten für zentrale Geschäftsbereiche wie Methionin
Der Kurs spiegelt diese Zurückhaltung wider: Auf Sicht von zwölf Monaten hat die Aktie rund 28 % verloren und notiert damit deutlich entfernt vom 52‑Wochen-Hoch bei 22,26 Euro.
Strukturprobleme in der Chemiebranche
Der Pessimismus beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Unternehmen. Die gesamte europäische Chemieindustrie ringt mit schwachen Rahmenbedingungen. Branchenweite Überkapazitäten drücken die Preise, während die Nachfrage in vielen Endmärkten verhalten bleibt.
Bei Evonik kommen mehrere Belastungsfaktoren zusammen:
- Überkapazitäten in wichtigen Produktsegmenten
- Starker Wettbewerbsdruck durch Anbieter aus China
- Anhaltender Preisdruck mit negativen Effekten auf die Margen
Besonders heikel ist das Geschäft mit der Aminosäure Methionin, einem für Evonik bedeutenden Produkt. Hier treffen bereits vorhandene Überkapazitäten auf weitere angekündigte Kapazitäten aus China. Das erhöht den Druck auf Preise und Auslastung und könnte die Profitabilität des Segments längerfristig belasten.
Hinzu kommt das schwache Branchenumfeld: Für 2026 werden in Europa niedrige Absatzvolumina, wenig dynamische Preise und fragile Endmärkte erwartet. Die Kapazitätsauslastung in der Chemie liegt nahe historischen Tiefstständen – ein Umfeld, in dem es selbst stabilen Anbietern schwerfällt, zu wachsen.
Kursentwicklung signalisiert Schwäche
Am heutigen Dienstag notiert die Evonik-Aktie bei 12,63 Euro und damit exakt auf ihrem 52‑Wochen-Tief. Gegenüber gestern ergibt sich nur ein leichter Rückgang von 0,39 %, doch die größere Perspektive ist deutlich: Der Abstand zum Hoch der vergangenen zwölf Monate beträgt rund 43 %.
Technische Kennzahlen untermauern das Bild eines etablierten Abwärtstrends:
- Kurs rund 5 % unter dem 50‑Tage-Durchschnitt (13,36 Euro)
- Kurs über 21 % unter dem 200‑Tage-Durchschnitt (16,03 Euro)
- 14‑Tage‑RSI bei 15,8 – ein Wert, der auf eine stark überverkaufte Marktsituation hindeutet
Die hohe annualisierte 30‑Tage-Volatilität von gut 68 % zeigt zudem, wie nervös der Handel zuletzt verlaufen ist.
Blick nach vorn: Quartalszahlen als Gradmesser
Die entscheidende Frage lautet nun: Kann Evonik im aktuellen Umfeld zumindest eine operative Stabilisierung erreichen? Der Markt hat die strukturellen Probleme bereits zu einem guten Teil eingepreist, wie der starke Abstand zum 52‑Wochen-Hoch zeigt. Klar ist aber auch: Ohne Besserung im operativen Geschäft dürfte der Druck anhalten.
Ein wichtiger Prüfstein steht bald an: Am 4. März 2026 will Evonik die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen erste Fortschritte bei Margen und Auslastung vorweisen kann oder ob die Prognosen vor dem Hintergrund von Überkapazitäten, Preisdruck und schwacher Branche erneut angepasst werden müssen.
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