Frankreich zieht die Reißleine: Eutelsat darf seine Bodeninfrastruktur nicht wie geplant an den Investor EQT verkaufen. Damit fällt ein zentraler Baustein der Finanzplanung weg – und der Konzern muss seine Verschuldungsziele neu justieren. Gleichzeitig treibt Eutelsat den Ausbau von OneWeb voran und setzt dabei auf einen Großauftrag an Airbus.

Frankreich stoppt Verkauf

Eutelsat teilte Ende Januar mit, dass der geplante Verkauf passiver Bodeninfrastruktur-Assets an EQT Infrastructure VI nicht zustande kommt. Als Grund nannte das Unternehmen nicht erfüllte aufschiebende Bedingungen.

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Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministers Roland Lescure steckt dahinter eine bewusste Entscheidung: Bodenantennen seien strategische Infrastruktur – sowohl für zivile Kommunikation als auch für das Militär. Aus Souveränitätsgründen wurde der Verkauf untersagt.

Was das für Verschuldung und Marge bedeutet

Mit dem geplatzten Deal entfallen potenzielle Erlöse von rund 550 Mio. Euro. Auf der anderen Seite muss Eutelsat die im Rahmen der Transaktion geplante jährliche Servicegebühr von 75 bis 80 Mio. Euro nicht zahlen.

Die Anpassungen in der Prognose zeigen, wo der Hebel liegt – bei der Bilanz, nicht bei den Investitionsplänen:

  • Nettoverschuldung/EBITDA: Erwartet nun rund 2,7x zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 (zuvor 2,5x)
  • Langfristige EBITDA-Marge (GJ 2028/29): Anhebung auf etwa 65% (zuvor rund 60%)

Eutelsat betonte zugleich, dass die Finanzierung geplanter Investitionen durch das Scheitern der Transaktion nicht beeinträchtigt werde. Die entscheidende Frage ist damit: Wie stark verschiebt sich der Fokus auf die Verschuldungssteuerung, wenn ein so großer Einmalerlös wegfällt? Die Antwort deutet das höhere Leverage-Ziel bereits an.

OneWeb-Ausbau läuft weiter

Parallel zur Finanzdiskussion setzt Eutelsat operativ ein klares Signal im LEO-Geschäft. Das Unternehmen bestätigte einen Auftrag an Airbus Defence and Space über 340 zusätzliche LEO-Satelliten für die OneWeb-Konstellation.

Die Auslieferung soll ab Ende 2026 starten. Ziel ist es, die bestehende Flotte von über 600 Satelliten zu modernisieren und die Servicekontinuität zu sichern. Rückenwind liefert die Entwicklung im LEO-Segment: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 wuchs der Umsatz dort um rund 71% gegenüber dem Vorjahr.

Am 13. Februar veröffentlicht Eutelsat die Halbjahresergebnisse 2025/26 – dort dürften Aussagen zur aktualisierten Verschuldungsstrategie und zur Dynamik im LEO-Segment besonders im Mittelpunkt stehen.

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