Eutelsat Aktie: Kompromisse gefragt?
Frankreich zieht die Reißleine – und Eutelsat muss umplanen. Der geplante Verkauf der Bodeninfrastruktur ist geplatzt, weil die Regierung das Projekt mit Verweis auf „strategische Souveränität“ stoppt. Für den Satellitenbetreiber heißt das: weniger sofortige Erlöse, eine leicht höhere Verschuldungskennzahl – und gleichzeitig bleibt der Blick auf die teure OneWeb-Erneuerung gerichtet.
Die zentrale Frage: Wie stark bremst der geplatzte Verkauf die Bilanzziele?
- Geplanter Nettoerlös aus dem Verkauf: rund 550 Mio. Euro
- Neue Ziel-Verschuldungsquote (Net Debt/EBITDA) für FY 2025/26: ca. 2,7x (zuvor 2,5x)
- OneWeb-Bestellungen: 440 Satelliten insgesamt
- Nächster Berichtstermin: 13. Februar 2026
Frankreich stoppt Infrastrukturverkauf
Der Verkauf der Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure VI war im August 2024 angekündigt worden. Laut Eutelsat scheiterte die Transaktion daran, dass nicht alle Abschlussbedingungen erfüllt wurden (Mitteilung vom 29. Januar).
Die politische Begründung lieferte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure: Antennen und Bodenanlagen gelten demnach als strategische Infrastruktur für militärische und zivile Kommunikation. Entsprechend sei der Schritt zum Schutz der französischen Souveränität erfolgt.
Prognosen angepasst: Mehr Schulden, höhere Marge
Finanziell ist der unmittelbare Effekt klar: Der erwartete Mittelzufluss von rund 550 Mio. Euro fällt weg. Eutelsat korrigiert deshalb die Prognose für die Verschuldung nach oben. Die Zielgröße Net Debt/EBITDA liegt zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 nun bei etwa 2,7x statt 2,5x.
Gleichzeitig hebt das Unternehmen die erwartete EBITDA-Marge für FY 2028/29 auf rund 65% an (zuvor etwa 60%). Der Grund ist ein nicht zustande kommender Servicevertrag, der das bereinigte EBITDA sonst jährlich um 75 bis 80 Mio. Euro belastet hätte.
OneWeb: 340 neue Satelliten bestellt
Unabhängig vom geplatzten Deal treibt Eutelsat die Erneuerung der OneWeb-LEO-Konstellation voran. Am 12. Januar ging ein Großauftrag an Airbus Defence and Space über 340 weitere Satelliten raus. Zusammen mit einer früheren Bestellung von 100 Satelliten (Dezember 2024) umfasst das Programm nun 440 Einheiten.
Die Auslieferung soll Ende 2026 starten. Zeit spielt eine große Rolle: Die erste Generation (Starts 2020 bis 2023) erreicht laut Unternehmen 2027 und 2028 das Ende ihrer Lebensdauer. Technisch plant Eutelsat unter anderem digitale Channelizer, mehr Onboard-Verarbeitung sowie Optionen für Hosted Payloads.
Zum finanziellen Unterbau verweist Eutelsat auf zwei Kapitalerhöhungen: 828 Mio. Euro im November 2025 (u. a. von französischer und britischer Regierung, Bharti, CMA CGM) sowie 670 Mio. Euro im Dezember 2025. Der französische Staat hält inzwischen knapp 30% und ist größter Einzelaktionär.
Im nächsten Schritt rücken die Halbjahreszahlen am 13. Februar in den Fokus – auch, weil Eutelsat betont, dass das Scheitern des Infrastrukturverkaufs die Finanzierung der geplanten Investitionen nicht beeinträchtige.
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