Energiekontor baut seine Projektpipeline auf ein historisches Allzeithoch aus und kauft parallel eigene Aktien zurück. Doch die Börse reagiert verhalten – denn zwischen operativen Erfolgen und bilanzierten Gewinnen klafft eine Zeitlücke von bis zu zwei Jahren. Der 31. März wird zeigen, ob der Bremer Windparkentwickler seine korrigierte Prognose halten kann.

Rückkauf läuft – trotz Kursrückgang um 44 Prozent

Zwischen dem 23. und 27. Februar erwarb Energiekontor weitere 1.250 eigene Aktien über XETRA. Seit Programmstart im Juli 2025 summiert sich der Rückkauf auf über 40.000 Stück. Bis Ende Juni 2026 sollen maximal 80.000 Aktien für höchstens 9,0 Millionen Euro zurückgekauft werden.

Das Signal des Managements ist eindeutig: Bei einem Abstand von 40 Prozent zum 52-Wochen-Hoch hält das Unternehmen die eigene Bewertung für attraktiv. Die Kursschwäche spiegelt jedoch weniger operative Probleme als vielmehr zeitliche Verschiebungen bei der Ergebnisrealisierung wider.

640 Megawatt im Bau – aber Gewinnbeitrag erst ab 2027

Die operative Bilanz für 2025 beeindruckt: 14 Wind- und Solarprojekte mit über 350 Megawatt erreichten den Financial Close. Aktuell befinden sich 21 Projekte mit rund 640 Megawatt im Bau oder in der Bauvorbereitung – ein Rekordwert in der Unternehmensgeschichte.

Der Haken: Ein Großteil dieser Projekte geht erst 2027 ans Netz und trägt damit zeitverzögert zum Konzernergebnis bei. Die Diskrepanz zwischen Projektfortschritt und Finanzausweis bleibt das zentrale Bewertungsthema.

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Mitte Februar ging der repowerte Windpark Oederquart mit 17 zusätzlichen Megawatt ans Netz und erhöhte die Eigenkapazität auf rund 450 Megawatt. Sechs neue Turbinen ersetzen zehn Altanlagen, der erwartete Jahresertrag liegt bei 80 Gigawattstunden. Mittelfristig strebt Energiekontor ein Eigenportfolio von 650 Megawatt an.

Projektverkauf mit verzögertem Cashflow

Ende 2025 veräußerte Energiekontor zwei Onshore-Windparks mit insgesamt 93 Megawatt an den österreichischen Energieversorger illwerke vkw. Die Windparks Haberloh (79 MW) und Heidkrug (14 MW) in Niedersachsen sollen eine Jahresproduktion von rund 220 Gigawattstunden erreichen – übergeben werden sie allerdings erst schlüsselfertig Ende 2027.

Die Transaktion unterstreicht die Vermarktungsfähigkeit der Projekte, verschiebt aber auch hier den finanziellen Ertrag in die Zukunft.

EBT-Prognose drastisch gesenkt

Die bestätigte EBT-Prognose für 2025 liegt bei 30 bis 40 Millionen Euro. Zum Vergleich: Auf der Hauptversammlung im Juli 2025 waren noch 70 bis 90 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden – im Kontext des mittelfristigen Ziels von 120 Millionen Euro EBT bis 2028.

Der Kontrast zwischen operativem Wachstum und kurzfristigem Ergebnis bleibt damit das dominierende Thema für Investoren. 2024 lag das EBT bei 36,2 Millionen Euro, die aktuelle Bandbreite bewegt sich also auf Vorjahresniveau.

Drei Termine entscheidend

Am 31. März 2026 veröffentlicht Energiekontor den Geschäftsbericht 2025. Darauf folgen die Q1-Zwischenmitteilung am 13. Mai und die Hauptversammlung am 27. Mai. Für 2026 sind drei Fertigstellungen mit zusammen über 120 Megawatt geplant, darunter zwei Solarparks in Mecklenburg-Vorpommern mit langfristigen Stromabnahmeverträgen. Ob Projektverkäufe und Eigenportfolio-Ausbau ausreichen, um den Pfad Richtung 120 Millionen Euro EBT bis 2028 glaubwürdig zu machen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

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