Eli Lilly Aktie: Neue Schwierigkeiten?
Erst Rekordzahlen, dann der Kater. Nur 48 Stunden nach einer euphorischen Reaktion auf die Quartalsbilanz stehen die Papiere des Pharmariesen massiv unter Druck. Der Grund ist nicht das eigene operative Geschäft, sondern ein aggressiver Vorstoß der Konkurrenz und politischer Gegenwind, der Anleger ernsthaft um die profitablen Margen im boomenden Abnehm-Sektor fürchten lässt.
Billig-Konkurrenz attackiert Margen
Auslöser für den Stimmungsumschwung ist eine Kampfansage von Hims & Hers Health. Der Telemedizin-Anbieter lancierte am Donnerstag eine "compounded" (in der Apotheke gemischte) Semaglutid-Pille zu einem Einstiegspreis von lediglich 49 US-Dollar im ersten Monat. Selbst der reguläre Preis von 99 US-Dollar liegt drastisch unter den Listenpreisen etablierter Markenprodukte.
Zum Vergleich: Die erfolgreiche Abnehmspritze Zepbound von Eli Lilly ruft für Einstiegsdosen oft rund 299 US-Dollar auf. Marktbeobachter sehen in dem Vorstoß der Konkurrenz, die Patentlücken während Engpässen nutzt, eine konkrete Gefahr für das Preisgefüge. Die Sorge ist groß, dass diese günstigen Alternativen die hohen Margen der Marktführer früher als erwartet aushöhlen könnten.
Politik erhöht den Druck
Zusätzlich gerät die Aktie in den Fokus der Regulierung. Das Weiße Haus startete am Freitag offiziell das Medikamentenportal "TrumpRx". Die Plattform listet rund 40 verschreibungspflichtige Medikamente, darunter auch Zepbound, zu deutlich rabattierten Preisen für Selbstzahler.
Zwar erhöht dies die Zugänglichkeit und das Volumen, zementiert jedoch den Trend zu niedrigeren Nettopreisen. Die Kombination aus aggressiver Billig-Konkurrenz und staatlich geförderter Preistransparenz belastet die Fantasie für das Duopol aus Eli Lilly und Novo Nordisk spürbar.
Starke Zahlen verpuffen
Diese strukturellen Sorgen überschatten derzeit die eigentliche operative Stärke des Konzerns. Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das vierte Quartal 2025 übertrafen die Erwartungen deutlich:
* Umsatz: 19,29 Milliarden US-Dollar (+42,6 % zum Vorjahr)
* Gewinn: EPS von 7,54 US-Dollar (über Schätzungen)
* Ausblick 2026: Umsatzziel bis zu 81,5 Milliarden US-Dollar
Dennoch sorgte neben dem Preisdruck auch der Stopp dreier Pipeline-Projekte, inklusive einer Gentherapie gegen Demenz, für Verunsicherung. Die Aktie notiert nach dem jüngsten Rutsch bei rund 1.020 US-Dollar und hat die Gewinne nach den Zahlen wieder abgegeben.
Der Fokus der Analysten verschiebt sich nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. Entscheidend wird die FDA-Entscheidung zur eigenen oralen Schlankheitspille Orforglipron, die für Mitte des Jahres erwartet wird. Mit diesem patentgeschützten Präparat will Eli Lilly der Billig-Konkurrenz entgegentreten – bis dahin dürfte der Aktienkurs im Spannungsfeld zwischen Volumenwachstum und Preisverfall bleiben.
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