Der Markt für Abnehmmedikamente ist für Eli Lilly ein Wachstumsmotor – und genau dort wird der Ton gerade rauer. Ein neuer Billig-Angriff im GLP‑1-Segment schürt Sorgen um Preise und Margen. Und das ausgerechnet einen Tag nach starken Quartalszahlen.

Billig-GLP‑1 sorgt für Nervosität

Auslöser für den Kursdruck am Donnerstag war eine Ankündigung von Hims & Hers Health. Das Telehealth-Unternehmen bringt eine „compounded“ GLP‑1-Abnehmpille auf den Markt – mit einem Einstiegspreis von 49 US-Dollar für den ersten Monat.

Genau diese aggressive Preispositionierung traf einen empfindlichen Punkt: Investoren fürchten, dass der Wettbewerb im lukrativen Adipositas-Markt über den Preis gespielt wird. Das könnte die Margen der etablierten Anbieter belasten und die Erwartungen an die Profitabilität dämpfen. Entsprechend gerieten nicht nur Eli Lilly, sondern auch Rivalen Novo Nordisk unter Druck.

Starke Zahlen – und ein optimistischer 2026-Ausblick

Bemerkenswert: Der Rücksetzer kam trotz eines überzeugenden Q4-Berichts, den Eli Lilly am Mittwoch vorgelegt hatte. Der Umsatz im vierten Quartal 2025 lag bei 19,29 Mrd. US-Dollar und damit über den Analystenerwartungen von rund 17,9 Mrd. US-Dollar. Beim Gewinn je Aktie (EPS) meldete der Konzern 7,54 US-Dollar, ebenfalls oberhalb des Konsenses (ca. 6,93 US-Dollar).

Getragen von der Nachfrage nach Mounjaro und Zepbound hob das Unternehmen zudem den Blick nach vorn an und gab für 2026 folgende Prognose aus:

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  • Umsatz 2026: 80 bis 83 Mrd. US-Dollar
  • EPS 2026: 33,50 bis 35,00 US-Dollar

Pipeline: Fokus statt Breite

Zusätzlich teilte Eli Lilly am Donnerstag mit, drei Entwicklungsprogramme einzustellen, um Ressourcen stärker auf Kandidaten mit höherem Potenzial zu lenken. Betroffen sind eine Gentherapie gegen Demenz (LY3884963), ein Immunologie-Antikörper (LY3541860) und ein Radioligand gegen Prostatakrebs. Laut Unternehmen basieren die Entscheidungen auf Wirksamkeitsdaten – nicht auf Sicherheitsbedenken.

Wie ordnet der Markt das ein? In Kombination mit dem neuen Preisdruck verschiebt sich der Fokus kurzfristig weg von „guten Zahlen“ hin zur Frage, wie hart die Konkurrenz die Preissetzung im GLP‑1-Markt tatsächlich angreift – und wie gut Lilly das abfedern kann.

Zum Gesamtbild passt, dass die Aktie heute bei 1.011,79 US-Dollar schloss und damit seit Jahresbeginn 6,35% im Minus liegt.

Im Kalender ist die Botschaft damit klar: Die Prognose und das Wachstum liefern Rückenwind, doch der Preiskampf im Abnehmsegment dürfte in den kommenden Wochen der entscheidende Störfaktor für die Stimmung rund um die Aktie bleiben.

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