Eli Lilly setzt gleich an zwei Fronten an: Künstliche Intelligenz in der Forschung und neue Gewichtverlust-Medikamente in der Pipeline. Beides soll das Wachstum der nächsten Jahre tragen – und bestimmt derzeit maßgeblich die Erwartungshaltung am Markt. Entscheidend ist dabei, ob der Konzern seine ambitionierten Pläne bis zur wichtigen FDA-Entscheidung im zweiten Quartal 2026 umsetzen kann.

KI-Offensive mit Nvidia

Herzstück der jüngsten Strategie ist eine umfangreiche Partnerschaft mit Nvidia. Gemeinsam bauen beide ein spezielles KI-Labor für die Wirkstoffforschung auf. Eli Lilly stellt dafür über fünf Jahre rund 1 Milliarde US-Dollar bereit.

Ziel ist es, neue Wirkstoffkandidaten deutlich schneller zu identifizieren und die Entwicklung bis zur klinischen Studie zu verkürzen. Anstatt KI nur als Zusatztool zu nutzen, verankert der Konzern sie damit im Kern seiner F&E-Strategie. Aus Marktsicht ist das weniger ein zusätzlicher Kostenblock, sondern eher ein Hebel für Effizienz, der die Position gegenüber Wettbewerbern wie Novo Nordisk stärken könnte.

Der aktuelle Kurs von 1.073,29 US-Dollar liegt zwar nur rund 3 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber fast 100 % über dem Tief der vergangenen zwölf Monate – ein Hinweis darauf, wie stark der Markt die mittelfristigen Chancen bereits einpreist.

Orforglipron: Entscheidung im Q2 2026

Der zentrale Kurstreiber bleibt der Wettlauf im Adipositasmarkt. CEO David Ricks stellte auf der J.P. Morgan Healthcare Conference am 14. Januar klar: Die Entscheidung der US-Behörde FDA über das orale Abnehmmedikament Orforglipron wird im zweiten Quartal 2026 erwartet.

Die Bedeutung liegt im Zeitplan. Das Verfahren genießt einen „national priority“-Status, was die Prüfung beschleunigt. Ein Start bereits im zweiten Quartal 2026 würde Eli Lilly die Möglichkeit geben, direkt gegen Novo Nordisks orale Wegovy-Pille anzutreten – also im gleichen Marktsegment mit vergleichbarer Darreichungsform.

Zusätzliche Unterstützung liefert die Pipeline: Für Retatrutid, einen weiteren Kandidaten, zeigen Phase‑3-Daten eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 28,7 %. Gleichzeitig wurden bei Patienten mit Kniearthrose deutliche Schmerzlinderungen beobachtet. Damit adressiert der Wirkstoff nicht nur Übergewicht, sondern auch eine spezifische Begleiterkrankung, was medizinisch und wirtschaftlich interessant ist.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eli Lilly?

Zahlen, Bewertung und Analysten

Operativ untermauert Eli Lilly die hohe Bewertung mit starkem Wachstum:

  • Q3-Umsatz: 17,6 Mrd. US-Dollar, ein Plus von 53,9 % gegenüber dem Vorjahr
  • Q3-EPS: 7,02 US-Dollar, klar über den erwarteten 6,42 US-Dollar
  • Quartalsdividende: Anhebung auf 1,73 US-Dollar je Aktie (Rendite rund 0,6 %)

BMO Capital Markets bestätigte am 14. Januar das Rating „Outperform“ und nannte ein Kursziel von 1.200 US-Dollar. Begründung ist vor allem die breite Pipeline und die starke Stellung im Stoffwechselbereich.

Der Analystenkonsens bleibt überwiegend positiv, und auch institutionelle Anleger haben zuletzt zugekauft: Eastern Bank erhöhte ihre Position im dritten Quartal um 4,2 %, Wealth Advisory Solutions LLC sogar um 15,2 %. Das signalisiert Vertrauen in die weitere Entwicklung, trotz bereits hoher Bewertung.

Gleichzeitig gibt es Gegenstimmen. Eine Analyse auf Seeking Alpha stufte die Aktie am 14. Januar auf „Sell“ ab – mit Verweis auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 50 und den Vergleich zur restlichen Pharmabranche. Die kritische Sicht fokussiert damit klar auf die Bewertungsseite und die Konkurrenz durch Novo Nordisk.

Zukäufe und regulatorischer Rückenwind

Parallel zur internen Forschung stärkt Eli Lilly sein Portfolio über Übernahmen. Der Konzern will Ventyx Biosciences für rund 1,2 Mrd. US-Dollar übernehmen. Ziel ist es, die eigene Immunologie-Sparte zu erweitern und zusätzliche Wachstumsquellen aufzubauen.

Auf der regulatorischen Seite gab es ebenfalls eine Entlastung. Am 13. Januar kam die US-FDA zu dem Schluss, dass es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen GLP‑1-Medikamenten und suizidalen Gedanken gibt. Die Behörde fordert daher, entsprechende Warnhinweise von den Packungsbeilagen zu entfernen. Für Blockbuster wie Mounjaro und Zepbound bedeutet das: Ein wichtiges potenzielles Risiko für das Geschäftsmodell ist vorerst vom Tisch.

Ausblick: Fokus auf Q2 2026

Die Aktie zeigt zwar eine ausgeprägte Volatilität – die annualisierte 30‑Tage-Schwankungsbreite liegt bei über 54 % –, der Trend über die vergangenen zwölf Monate bleibt jedoch klar positiv mit einem Anstieg von gut 48 %. Fundamentale Treiber sind das starke Umsatzwachstum, die hohe Nachfrage nach GLP‑1‑Therapien, die beschleunigte Prüfung von Orforglipron und der KI-Ausbau in der Forschung.

Kurzfristig richten sich die Blicke auf zwei Punkte: Erstens die Umsetzung der geplanten Markteinführung von Orforglipron im zweiten Quartal 2026, zweitens die konkrete Ausgestaltung und Integration des neuen KI-Labors in die F&E‑Prozesse. Wie gut Eli Lilly hier liefert, dürfte maßgeblich bestimmen, ob das aktuelle Bewertungsniveau gehalten oder weiter ausgebaut werden kann.

Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 15. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...