Politik in Washington, Analystenlob und ein möglicher Milliarden-Deal in Asien – gleich mehrere Faktoren schieben die Deutsche Bank nach vorne. Während US-Finanzwerte unter Druck geraten, setzt sich der Frankfurter Konzern vom US-Trend ab. Entscheidend wird nun, ob die anstehenden Zahlen diesen Vorschuss-Lorbeer rechtfertigen.

US-Regulierung belastet Wall Street, stärkt Europa

Auslöser der jüngsten Bewegung ist ein Vorstoß des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Er brachte eine Deckelung der Zinsen für Kreditkartenschulden in den USA ins Spiel. Für viele US-Banken ist das Geschäft mit hoch verzinsten Kreditkartenkrediten ein wichtiger Ertragspfeiler – entsprechend fielen die Kurse dort deutlich zurück.

Europäische Institute wie die Deutsche Bank geraten durch diese politische Debatte nicht direkt unter Druck. Im Gegenteil: Im gestrigen Handel zählte die Aktie zu den stärkeren Werten im europäischen Bankensektor und löste sich damit von der Schwäche der US-Pendants. Marktteilnehmer diskutieren, ob es zu einer Umschichtung von US-Finanzwerten hin zu europäischen Banken kommen könnte, sollte der politische Eingriff in die US-Kreditwirtschaft konkreter werden.

Charttechnisch spiegelt sich diese Robustheit in einer gewissen relativen Stärke wider: Mit einem Schlusskurs von 33,69 Euro gestern liegt die Aktie rund 5 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und gut 17 % über der 200-Tage-Linie. Im Zwölfmonatsvergleich ergibt sich ein Plus von gut 90 %, auch wenn das Papier derzeit rund 15 % unter dem 52-Wochen-Hoch notiert.

Analysten erhöhen Kursziele

Flankiert wird die politische Sondersituation von positiven Analystenkommentaren. Besonders deutlich äußert sich JPMorgan. Die US-Investmentbank:

  • hob ihr Kursziel von 38,40 Euro auf 40,00 Euro an
  • bestätigte zugleich die Einstufung „Overweight“

Der Schritt erfolgt kurz vor der Vorlage der Jahreszahlen 2025 und wird als Vertrauenssignal in die Ertragskraft der Bank gewertet.

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Auch RBC bleibt konstruktiv. Die kanadische Bank bestätigt ihr Votum „Outperform“ und nennt ein Kursziel von 38,00 Euro. Beide Häuser sehen damit noch nennenswerten Spielraum oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Politischer Rückenwind: Diskussion um Zinsdeckel für Kreditkarten belastet US-Banken, stützt europäische Wettbewerber
  • JPMorgan-Kursziel: Anhebung auf 40,00 Euro bei Einstufung „Overweight“
  • RBC-Einschätzung: „Outperform“ mit Kursziel 38,00 Euro
  • Strategische Option: Möglicher Verkauf von Indien-Assets mit Volumen von rund 2,5 Mrd. US-Dollar

Der RSI von knapp 56 (14 Tage) signalisiert dabei einen weder überkauften noch überverkauften Markt – die Bewegung wirkt technisch bislang nicht überzogen.

Milliarden-Deal in Indien als zusätzlicher Treiber

Neben der makro- und politisch getriebenen Story rückt ein möglicher Portfolio-Umbau in den Fokus. Medienberichten zufolge führt die Deutsche Bank fortgeschrittene Gespräche über den Verkauf von Teilen ihres Indien-Geschäfts. Das in Aussicht gestellte Volumen liegt bei rund 2,5 Milliarden US-Dollar.

Ein solches Paket wäre für das Institut finanziell durchaus relevant. Die frei werdenden Mittel könnten:

  • die Kernkapitalquote weiter stärken oder
  • für Aktienrückkaufprogramme genutzt werden

Beide Optionen würden die Eigenkapitalbasis verbessern bzw. den Gewinn je Aktie stützen. Kein Wunder, dass diese Perspektive in Kombination mit dem stabilen Kursverlauf zusätzliche Fantasie in die Aktie bringt.

Blick auf den 29. Januar

Der nächste große Prüfstein ist bereits terminiert: Am 29. Januar 2026 legt die Deutsche Bank ihre vorläufigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor. Dann wird sich zeigen, ob die jüngste Outperformance und die optimistischen Kursziele durch harte Zahlen untermauert werden. Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob das Management die operative Stärke bestätigt und klar aufzeigt, wie politische Rückenwinde, mögliche Portfolioverkäufe und Kapitalmaßnahmen konkret genutzt werden.

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