Die Deutsche Bank stellt ihr Privatkundengeschäft in Deutschland spürbar neu auf. Rund 100 weitere Filialen sollen bis Ende 2026 schließen, parallel plant das Institut einen KI-gestützten digitalen Assistenten für seine Kunden. Im Kern geht es darum, Kosten zu senken und die Betreuung stärker in die App zu verlagern – ohne die Beratungsqualität zu verlieren.

Am Markt spiegelt sich dieser Umbau bislang nur moderat im Kurs wider: Die Aktie schloss am Freitag bei 32,88 Euro und liegt damit rund 17 % unter dem 52‑Wochen-Hoch vom Dezember, auf Sicht von zwölf Monaten aber immer noch deutlich im Plus.

Die Fakten im Überblick

  • Rund 100 weitere Filialschließungen bis Ende 2026 geplant
  • Netz von Deutscher Bank und Postbank in Deutschland soll von gut 750 auf etwa 650 Standorte sinken
  • Ziel: mehr Effizienz im Filialbetrieb und Verlagerung von Standardaufgaben in digitale Kanäle
  • Einführung eines KI-gestützten „Butlers“ in der Banking-App ab zweiter Jahreshälfte 2026
  • Fokus: Schritt-für-Schritt-Hilfe in der App und höhere Aktivität der 19 Millionen Privatkunden

Effizienz statt Fläche

Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis konkretisierte die Pläne in Frankfurt. Das bisherige Filialnetz aus rund 750 Standorten von Deutscher Bank und Postbank soll bis Ende 2026 auf etwa 650 schrumpfen. Hintergrund ist der anhaltende Kostendruck im klassischen Filialgeschäft.

Nach Darstellung des Managements verbringen Mitarbeiter in den Zweigstellen derzeit zu viel Zeit mit administrativen Tätigkeiten. Durch den Abbau von Standorten und die stärkere Nutzung digitaler Kanäle sollen diese Routinen weitgehend automatisiert werden. Die frei werdenden Kapazitäten sollen dann verstärkt in qualifizierte Beratung, insbesondere bei komplexeren Finanzthemen, fließen.

Die Maßnahme fügt sich in eine langfristige Strategie, das Privatkundengeschäft profitabler zu machen. Weniger Fläche bedeutet geringere Fixkosten – entscheidend ist für die Bank, ob die Kundenzufriedenheit trotz dünnerem Netz stabil bleibt.

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KI-Assistent als digitales Scharnier

Parallel zur Bereinigung des Filialnetzes investiert die Deutsche Bank in künstliche Intelligenz. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll ein digitaler Assistent, intern als „Butler“ bezeichnet, für Privatkunden an den Start gehen.

In der ersten Ausbaustufe soll dieses Tool vor allem erklären, wie die Banking‑App funktioniert, und Schritt-für-Schritt-Anleitungen geben – etwa bei Überweisungen, Einstellungen oder Serviceanfragen. Damit zielt die Bank auf eine deutlich höhere App-Nutzung unter ihren insgesamt 19 Millionen Privatkunden in Deutschland.

Strategisch dient der KI-Assistent als Bindeglied zwischen Kostensenkung und Serviceversprechen: Standardanfragen sollen automatisiert, Hotline und Filialen entlastet und gleichzeitig der Zugang zum digitalen Banking erleichtert werden. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt maßgeblich von der Akzeptanz bei den Kunden ab – insbesondere bei weniger technikaffinen Nutzern.

Einordnung im Branchentrend

Die aktuellen Schritte sind Teil eines breiten Trends im deutschen Retailbanking. Seit Jahren wandern Alltagsbankgeschäfte auf Smartphone und PC, während der Bedarf an persönlicher Beratung sich stärker auf Baufinanzierungen, Vermögensaufbau oder komplexe Produkte konzentriert.

Filialnetze geraten damit immer stärker unter Rationalisierungsdruck. Die Deutsche Bank folgt dieser Entwicklung, indem sie die Präsenz vor Ort reduziert und gleichzeitig die digitale Schnittstelle zum Kunden weiter ausbaut. Der Einsatz eines KI-gestützten Assistenten ist in diesem Kontext ein konsequenter nächster Schritt, um Servicequalität und Kosteneffizienz zu verbinden.

Für die Aktie bedeutet das: Die Transformation des Privatkundengeschäfts ist kein kurzfristiger Impuls, sondern ein laufender Prozess. Entscheidende Meilensteine sind in den kommenden Quartalen der schrittweise Abbau der rund 100 Standorte und vor allem der erfolgreiche Launch des „Butlers“ in der zweiten Jahreshälfte 2026 – gelingt beides, stärkt das die Ertragsbasis im Heimatmarkt nachhaltig.

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