DeFi Technologies Aktie: Ohne Wegweiser?
DeFi Technologies startet mit erheblichem Gegenwind in die neue Woche. Mehrere Sammelklagen wegen angeblichen Wertpapierbetrugs und irreführender Geschäftsdarstellungen setzen das Unternehmen zusätzlich unter Druck. Während der Kryptomarkt von starken Mittelzuflüssen profitiert, hängt die Aktie weiter an den Folgen einer drastischen Prognosesenkung vom vergangenen Jahr.
Neue Sammelklagen belasten
Seit gestern haben mehrere spezialisierte Anwaltskanzleien Sammelklagen eingereicht oder Untersuchungen angekündigt. Unter anderem sind Pomerantz LLP, Bronstein, Gewirtz & Grossman, LLC sowie Faruqi & Faruqi, LLP aktiv geworden.
Im Zentrum der Beschwerden steht der Zeitraum vom 12. Mai 2025 bis zum 14. November 2025. Laut den eingereichten Unterlagen, darunter Docket 25-cv-06637 beim Bundesgericht für den Eastern District of New York, soll das Unternehmen in diesem Zeitraum wesentliche falsche oder irreführende Aussagen zu seinen Geschäftsaktivitäten gemacht haben.
Konkret werfen die Kläger DeFi Technologies vor, erhebliche Verzögerungen bei der Arbitragestrategie „DeFi Alpha“ verschleiert und Wettbewerbsrisiken durch andere Digital-Asset-Anbieter verharmlost zu haben.
Auslöser der rechtlichen Schritte ist eine zentrale Meldung vom 14. November 2025. An diesem Tag senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose für 2025 um knapp 47 % – von 218,6 Millionen US-Dollar auf rund 116,6 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig meldete DeFi Technologies einen Umsatzrückgang von 20 % im dritten Quartal und den Rücktritt von CEO Newton.
Diese Kombination führte zu einem massiven Ausverkauf: Die Aktie brach am Tag der Ankündigung um 27,59 % auf 1,05 US-Dollar ein. Seitdem kommt der Kurs kaum vom Fleck und schloss am Freitag bei 1,08 US-Dollar.
Wesentliche Punkte im Überblick:
- Zeitraum der Klagevorwürfe: 12. Mai bis 14. November 2025
- Vorwürfe: irreführende Aussagen zu „DeFi Alpha“ und Wettbewerbssituation
- Prognosesenkung 2025: minus ca. 47 % auf 116,6 Mio. US-Dollar
- Q3-Umsatzrückgang: 20 %
- Kursreaktion am 14. November: minus 27,59 % auf 1,05 US-Dollar
Abkopplung vom Kryptomarkt
Die aktuellen Entwicklungen zeigen eine deutliche Entkopplung der Aktie vom restlichen Kryptosektor. Während der Kurs von DeFi Technologies weiter in der Nähe der Marke von 1 US-Dollar verharrt, verzeichnet der Markt für Krypto-Anlageprodukte deutliche Zuflüsse.
Daten vom Wochenende belegen, dass US-Spot-Bitcoin-ETFs in der Woche vom 12. bis 16. Januar Nettozuflüsse von 1,42 Milliarden US-Dollar verbuchten. Allein BlackRocks IBIT kam dabei auf 1,035 Milliarden US-Dollar. Ethereum-ETFs meldeten im gleichen Zeitraum weitere Nettozuflüsse von über 479 Millionen US-Dollar.
Unter normalen Umständen wären solche Kapitalströme ein Rückenwind für einen Digital-Asset-Verwalter wie DeFi Technologies. Doch die Belastungen durch die stark reduzierte Umsatzprognose und die daraus entstandene Glaubwürdigkeitskrise verhindern bisher, dass die Aktie von der Sektorstärke profitieren kann.
Analystendaten von MarketBeat deuten zudem auf eine Bewertungsdiskrepanz hin. Das Konsensrating liegt weiterhin bei „Moderate Buy“, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 4,50 US-Dollar – rechnerisch mehr als 300 % über dem aktuellen Niveau. Allerdings dürften viele dieser Schätzungen entstanden sein, bevor das volle Ausmaß der nun eskalierenden Rechtsstreitigkeiten sichtbar wurde.
Ausblick: Wichtige Fristen
Kurzfristig rücken nun juristische Fristen in den Vordergrund. Mehrere Kanzleien haben den 30. Januar 2026 als Stichtag gesetzt, bis zu dem Aktionäre mit Verlusten von mehr als 100.000 US-Dollar einen Antrag als Hauptkläger in der bundesweiten Wertpapier-Sammelklage stellen können.
An der Börse ist in den kommenden Tagen mit erhöhter Schwankungsbreite zu rechnen, da die Vielzahl der seit gestern eingereichten oder angekündigten Klagen verarbeitet wird. Charttechnisch notiert die Aktie deutlich unter ihrer 200-Tage-Linie, was den bestehenden Abwärtstrend bestätigt. Ohne konkrete positive Impulse – etwa in Form einer operativen Zwischenmeldung oder einer klaren Lösung für die durch den CEO-Rücktritt entstandene Führungslücke – bleibt das Risiko bestehen, dass der Kurs die psychologisch wichtige Marke von 1,00 US-Dollar erneut testet. Entscheidend werden nun sowohl der Umgang des Unternehmens mit den Klagevorwürfen als auch mögliche Anpassungen der Analystenschätzungen im Lichte der aktuellen Entwicklung sein.
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