Asml Aktie: Sachliche Bestandsaufnahme
China will ASML herausfordern — und scheitert dabei an der eigenen Schwäche. Führende Halbleiterkonzerne des Landes haben öffentlich eingeräumt, dass die heimische Chipbranche zu fragmentiert und technologisch zu weit zurück ist, um kurzfristig eine ernsthafte Alternative zu ASMLs EUV-Monopol aufzubauen. Für Anleger war das eine Woche voller Kursausschläge in beide Richtungen.
Chinas EUV-Ambitionen: Langer Weg bis 2030
In einem Artikel der Science and Technology Review forderten Führungskräfte von SMIC, Yangtze Memory Technologies, Empyrean und Naura Technology eine koordinierte Nationalanstrengung, um ein eigenes EUV-Ökosystem aufzubauen. Die Botschaft war ungewohnt offen: Chinas Chipsektor sei zu klein, zu zersplittert und zu schwach.
Konkret zeigt sich das am aktuellen Stand der Technik. Das fortschrittlichste chinesische DUV-Lithografiesystem des Herstellers Yuliangsheng entspricht in etwa ASMLs Twinscan NXT:1950i — einer Maschine, die ASML ursprünglich für 32-Nanometer-Prozesse im Jahr 2008 entwickelte. Die chinesischen Ambitionen zielen auf den Zeitraum bis 2030, dem Ende des 15. Fünfjahresplans.
ASMLs Vorsprung ist das Ergebnis von über 30 Jahren Forschung und Entwicklung. Die EUV-Systeme bestehen aus rund 100.000 Komponenten von 5.000 spezialisierten Zulieferern weltweit. Im Februar meldete das Unternehmen zudem einen technischen Durchbruch: Die EUV-Lichtquelle erreichte 1.000 Watt nutzbarer EUV-Leistung — gegenüber aktuell 600 Watt in Produktionssystemen. Das soll den Durchsatz bis 2030 auf 330 Wafer pro Stunde steigern, ein Plus von 50 Prozent.
Starke Zahlen, aber ein Gegenwind aus China
Trotz des kurzfristigen Kursrucksacks von rund 5,5 Prozent nach den Berichten über Chinas Pläne — gefolgt von einer ebenso raschen Erholung — steht ASML fundamental solide da. Für das Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 32,7 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 52,8 Prozent. Der Nettogewinn kletterte von 7,6 auf 9,6 Milliarden Euro.
Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 34 und 39 Milliarden Euro. Gleichzeitig zeichnet sich ein Gegenwind ab: Der Anteil Chinas am Gesamtumsatz dürfte auf rund 20 Prozent sinken, nachdem er 2025 ungewöhnlich hoch war. Auftragsbestände, die noch vor den verschärften US-Exportbeschränkungen aufgebaut wurden, laufen aus — das normalisiert die China-Erlöse, belastet aber die kurzfristige Wachstumsdynamik.
Aktionärsversammlung und Führungswechsel
Auf der Hauptversammlung am 22. April in Veldhoven stehen mehrere Personalentscheidungen an. Marco Pieters soll als neuer Chief Technology Officer für vier Jahre bestellt werden. CFO Roger Dassen und COO Frédéric Schneider-Maunoury werden zur Wiederwahl vorgeschlagen. Im Aufsichtsrat scheidet Alexander Everke aus; als Nachfolger ist Benjamin Loh nominiert, ehemaliger CEO von ASM International und langjähriger Kenner der Halbleiterbranche.
Bereits am 15. April — eine Woche vor der HV — legt ASML seine Quartalszahlen für Q1 2026 vor. Dann wird sich zeigen, ob das Management die Jahresprognose bestätigt oder ob die China-Normalisierung früher als erwartet auf die Zahlen durchschlägt. SK Hynix zahlt bereits 15 bis 20 Prozent Aufschlag für schnellere Lieferungen; TSMC, Samsung und Intel bleiben abhängige Abnehmer. Die Nachfragebasis ist intakt — die Frage ist allein das Tempo.
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