D-Wave Quantum meldet mehrere größere Aufträge, eine strategische Verteidigungspartnerschaft und einen Standortwechsel – die Kombination sorgt nach einem schwachen Jahresauftakt für spürbare Nachfrage nach der Aktie. Heute legt der Titel nach den jüngsten Nachrichten weiter zu.

Kernpunkte der aktuellen Entwicklung:

  • Mehrere Neuverträge im Wert von insgesamt rund 30 Millionen US-Dollar
  • Verteidigungskooperation mit Fokus auf Raketenabwehr und weitere Militäranwendungen
  • Verlagerung der Zentrale nach Florida mit neuem F&E-Schwerpunkt
  • Nutzungswachstum der Systeme um 314 % binnen eines Jahres
  • Deutlich positiver Analysten-Konsens mit zweistelligem Kurspotenzial

Dreifach-Newsflow stützt Wachstumsgeschichte

D-Wave hat drei wesentliche Vereinbarungen angekündigt, die das kommerzielle Profil des Unternehmens schärfen:

  • Ein Auftrag der Florida Atlantic University (FAU) über 20 Millionen US-Dollar für ein Advantage2-Annealing-Quanten­system
  • Ein Enterprise-„Quantum Computing as a Service“ (QCaaS)-Vertrag im Volumen von 10 Millionen US-Dollar mit einem nicht genannten Fortune-100-Unternehmen
  • Eine Verteidigungskooperation mit Anduril Industries und Davidson Technologies für US-Raketenabwehr-Anwendungen

Der FAU-Deal zählt zu den bislang größten akademischen Investitionen in Quanten­infrastruktur. Die Universität will das Advantage2-System bis Ende des Jahres an ihrem Campus in Boca Raton installieren und sich damit als Ausbildungs- und Forschungsstandort für Quanten­technologie positionieren.

Der QCaaS-Vertrag mit dem Großkunden unterstreicht, dass D-Wave nicht nur Hardware verkauft, sondern wiederkehrende Cloud-Umsätze aufbaut. Konkrete Laufzeiten oder Konditionen wurden im Ursprungstext nicht genannt, der Betrag gibt aber eine Größenordnung für die kommerzielle Traktion vor.

Verteidigungspartnerschaft zeigt Praxisnutzen

10-facher Geschwindigkeitsvorteil in Raketenabwehr-Szenario

Besondere Aufmerksamkeit erhält die Zusammenarbeit mit Anduril Industries und Davidson Technologies, die die Leistungsfähigkeit des Systems im Verteidigungsbereich demonstriert. In einer simulierten Raketenabwehr-Anwendung kam D-Waves Stride-Hybrid-Solver auf dem Advantage2-System zum Einsatz.

Im Vergleich zu rein klassischen Methoden erreichte der Hybridansatz:

  • Mindestens den zehnfachen Geschwindigkeitsvorteil bei der Lösungsfindung
  • Eine um 9 bis 12 % verbesserte Bedrohungs­abwehr

In einem simulierten Angriffsszenario mit 500 Raketen konnten so 45 bis 60 zusätzliche Raketen abgefangen werden. Die drei Unternehmen wollen die Zusammenarbeit auf weitere militärnahe Anwendungen ausweiten, darunter:

  • Logistik in umkämpften Einsatzgebieten
  • Verteilte Fertigungsprozesse
  • Cyberabwehr

Diese Projekte sollen die Einsatzmöglichkeiten von Quantenoptimierung in komplexen realen Szenarien weiter ausloten.

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Standortverlagerung nach Florida

Parallel dazu kündigte D-Wave an, seinen Unternehmenssitz von Palo Alto (Kalifornien) nach Boca Raton (Florida) zu verlegen. Der neue Standort soll als zentrales US-Forschungs- und Entwicklungszentrum dienen.

Das Unternehmen hebt insbesondere folgende Ziele hervor:

  • Bicoastale Präsenz innerhalb der USA
  • Redundanz der Systeme
  • Verbesserte Fähigkeiten für Notfall- und Katastrophen­vorsorge

Die Umzugspläne sind eng mit der strategischen Ausrichtung rund um den FAU-Standort verknüpft.

Starkes Nutzungswachstum der Systeme

Auf der Nutzerkonferenz „Qubits 2026“ berichtete D-Wave von einem deutlichen Anstieg der Nutzung seiner Advantage2-Annealing-Systeme. Demnach legte die Nutzung innerhalb eines Jahres um 314 % zu. Das Management wertet diese Entwicklung als Hinweis auf steigende Nachfrage durch zahlende Unternehmenskunden und als Bestätigung der gewählten Kommerzialisierungsstrategie.

Auf dem Event wurden zudem mehrere technische Fortschritte vorgestellt:

  • Updates für Hybrid-Solver, die Machine-Learning-Modelle besser in Optimierungs­workflows integrieren
  • Fortschritte in Richtung des ersten Gate-basierten Systems, dessen Markteinführung für 2026 anvisiert ist
  • Ausbau der Software-Werkzeuge zur Verbindung von Quanten- und klassischem Computing

Damit arbeitet D-Wave parallel an seiner bestehenden Annealing-Plattform und an einer Gate-basierten Architektur.

Analysten weiter überwiegend positiv

Trotz teils deutlicher Kursschwankungen bleibt die Bewertung durch die Wall Street grundsätzlich freundlich. Die Aktie trägt einen Konsens „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 40,18 US-Dollar und signalisiert ein Aufwärtspotenzial von rund 63 % gegenüber dem aktuellen Niveau.

Rosenblatt bestätigte jüngst sein Kursziel von 43 US-Dollar. Begründet wird dies vor allem mit zwei Punkten:

  • Der Übernahme von Quantum Circuits im Volumen von 550 Millionen US-Dollar
  • Fortschritten bei der On-Chip-Kryo-Steuerung, die als wichtiger Baustein für skalierbare, fehlerkorrigierte Systeme gilt

Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 9 Milliarden US-Dollar. Auf Zwölf-Monats-Sicht hat die Aktie etwa 290 % zugelegt, notiert jedoch seit Jahresbeginn rund 6 % im Minus, nachdem sie sich vom Hoch bei 46,75 US-Dollar im Oktober 2025 zurückgezogen hat.

Kapitalbasis für Expansionskurs

Um den weiteren Ausbau der Technologieplattform zu finanzieren, hat D-Wave im Januar mehrere Shelf-Registrierungen über insgesamt rund 330 Millionen US-Dollar eingereicht. Diese Struktur verschafft dem Unternehmen zusätzlichen finanziellen Spielraum für seine Dual-Plattform-Strategie aus Annealing- und Gate-basiertem Quantencomputing.

Die Übernahme von Quantum Circuits wurde Anfang des Monats abgeschlossen. D-Wave kombiniert damit seine Erfahrung mit skalierbaren supraleitenden Prozessoren mit der fehlerkorrigierten Gate-Model-Technologie von Quantum Circuits. Für die kommenden Quartale wird es entscheidend sein, wie schnell sich diese Technologien in marktreife Produkte und belastbare Umsätze übersetzen lassen.

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