D-Wave Aktie: Strategischer Zukauf
D-Wave stellt die Weichen für den nächsten Entwicklungsschritt im Quantencomputing. Mit der geplanten Übernahme von Quantum Circuits Inc. (QCI) für 550 Millionen US-Dollar will das Unternehmen sein Technologieprofil deutlich verbreitern und sich als Anbieter zweier Plattformen positionieren. Die Transaktion soll Ende Januar 2026 abgeschlossen werden und hat bereits für rege Analystenaktivität gesorgt.
- Kaufpreis: 550 Mio. USD (300 Mio. in Aktien, 250 Mio. in Cash)
- Ziel: Aufbau einer zweiten, gate-basierten Quantenplattform mit Fehlerkorrektur
- Analysten-Konsens: „Strong Buy“, durchschnittliches Kursziel rund 35 % über Kursniveau
- Erwarteter Abschluss: Ende Januar 2026
Deal-Struktur und strategische Ziele
Der Übernahmevertrag wurde am 7. Januar 2026 bekanntgegeben. Vom Gesamtvolumen entfallen 300 Millionen US-Dollar auf Stammaktien von D-Wave und 250 Millionen US-Dollar auf eine Barzahlung.
QCI, ein Spin-off der Yale University um den Quantenphysiker Rob Schoelkopf, steuert proprietäre Dual-Rail-Qubit-Technologie mit integrierter Fehlererkennung bei. Vorstandschef Alan Baratz kündigte an, dass D-Wave damit 2026 gate-basierte Produkte und Services in den Markt bringen will.
Der gemeinsame Fahrplan sieht zunächst ein erstes Dual-Rail-System bis Jahresende vor. Für die Folgejahre werden Systeme mit 17 Qubits für 2026, 49 Qubits für 2027 und 181 Qubits bis 2028 angestrebt.
Mit dem Schritt entwickelt sich D-Wave von einem reinen Anbieter von Quanten-Annealing-Systemen zu einem Unternehmen, das sowohl Annealing-Technologie als auch fehlerkorrigierte, supraleitende Gate-Model-Systeme aus einer Hand anbietet. Im Wettbewerb mit Konzernen wie IBM, Google, IonQ und Quantinuum ist das ein klares Differenzierungsmerkmal.
Regulatorische Hürden und Zeitplan
Der Vollzug steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe nach dem Hart-Scott-Rodino-Act sowie der NYSE-Zulassung für den Aktienanteil der Gegenleistung. D-Wave rechnet mit einem Closing Ende Januar 2026.
Nach Abschluss der Transaktion soll das Team von QCI ein F&E-Zentrum in New Haven, Connecticut, aufbauen. Schoelkopf wird dieses Zentrum leiten.
Kursentwicklung und Analysteneinschätzungen
Die Aktie (Ticker: QBTS) schloss am 13. Januar 2026 bei 28,82 US-Dollar nach einer volatilen Phase seit der Deal-Ankündigung. Auf Jahressicht liegt das Papier rund 10 % im Plus, notiert aber weiterhin etwa 38 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 46,75 US-Dollar aus Oktober 2025.
Kursziele nach der Übernahmeankündigung
Rosenblatt bestätigte am 8. Januar 2026 seine Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 40 auf 43 US-Dollar. Die Analysten sehen in der Akquisition einen starken Hebel für den Ausbau der Fehlerkorrekturkompetenz.
Weitere Einschätzungen:
- Wedbush: Rating „Outperform“, Kursziel 35 US-Dollar
- Jefferies: seit Dezember mit „Buy“ und Kursziel 45 US-Dollar im Boot
- Mizuho: „Outperform“ mit Kursziel 46 US-Dollar
Im Schnitt kommen 11–12 Analysten auf ein „Strong Buy“-Rating und ein durchschnittliches Kursziel von 38,97 US-Dollar. Gegenüber dem aktuellen Kurs ergibt sich damit ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von rund 35 %.
Geschäftszahlen, Verluste und Insidertrade
Die Übernahme fällt in eine Phase, in der D-Wave operative Kennzahlen verbessert, aber weiterhin tief in den roten Zahlen arbeitet. Im dritten Quartal 2025 verdoppelte sich der Umsatz im Jahresvergleich auf 3,7 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge stieg in den niedrigen 70-%-Bereich. Gleichzeitig stand ein Nettoverlust von rund 140 Millionen US-Dollar in den Büchern, der überwiegend auf nicht zahlungswirksame Effekte aus Warrants zurückzuführen war.
Am 14. Januar 2026 verkaufte CEO Alan Baratz 35.013 Aktien im Gegenwert von 982.545 US-Dollar zu Preisen zwischen 27,68 und 28,37 US-Dollar. Laut Unternehmensangaben diente der Verkauf ausschließlich der Begleichung gesetzlicher Steuerabzüge aus der Vesting von Restricted Stock Units und war somit kein frei gewählter Bestandsabbau. Baratz hält weiterhin 2.598.150 Aktien direkt.
Per Ende Q3 2025 verfügte D-Wave über liquide Mittel in Höhe von 836 Millionen US-Dollar. Diese Basis soll sowohl den 250-Millionen-Baranteil der QCI-Transaktion als auch den laufenden Geschäftsbetrieb absichern.
Technologische Einordnung im Wettbewerb
Mit QCI adressiert D-Wave eine bislang fehlende Säule im eigenen Technologieportfolio. Während das Unternehmen mit Quanten-Annealing vor allem auf Optimierungsprobleme zielt, wächst die Nachfrage im Markt nach Gate-Model-Systemen, die universelle Berechnungen ermöglichen.
Schoelkopf gilt als Erfinder der Transmon- und Dual-Rail-Qubit-Technologien. QCIs Dual-Rail-Ansatz setzt bereits auf Hardware-Ebene bei der Fehlererkennung an. Das kann dazu führen, dass für logische Qubits weniger physische Qubits nötig sind als bei konkurrierenden Ansätzen.
Zusätzlich meldete D-Wave am 6. Januar 2026 einen Fortschritt bei skalierbarer, kryogener On-Chip-Steuerung von Gate-Model-Qubits. Diese Technologie soll Synergien zwischen der bestehenden Architektur von D-Wave und der QCI-Plattform heben.
Ausblick und nächste Termine
D-Wave will seinen aktualisierten Produktfahrplan auf der Qubits-2026-Konferenz am 27. und 28. Januar in Boca Raton, Florida, vorstellen. Der Termin könnte zeitlich mit dem Vollzug der QCI-Übernahme zusammenfallen und damit zusätzliche Aufmerksamkeit auf die neue Dual-Plattform-Strategie lenken.
Für das vierte Quartal 2025 erwarten Analysten im Schnitt Erlöse von 3,72 Millionen US-Dollar und einen Jahresverlust von 0,22 US-Dollar je Aktie. Für 2026 werden dem Unternehmen im Mittel Umsätze von 39,82 Millionen US-Dollar zugetraut, was einem Wachstum von rund 55 % entspricht. Treiber sollen insbesondere erste Kommerzialisierungsschritte der gate-basierten Angebote neben dem etablierten Annealing-Geschäft sein.
Der nächste konkrete Meilenstein ist der Quartalsbericht am 22. März 2026, bei dem das Management sowohl zum Integrationsfortschritt von QCI als auch zu den Wachstumszielen für 2026 Stellung nehmen dürfte.
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