D-Wave Aktie: KI-Schub
Ein 200-Milliarden-Dollar-Plan von Amazon hat am Freitag die Stimmung im KI- und High-Performance-Computing-Sektor spürbar aufgehellt. Davon profitierte auch D-Wave Quantum – obwohl das Unternehmen kein direkter Empfänger der Investitionen ist. Doch warum reagiert ausgerechnet ein Quanten-Player so stark auf diese Nachricht?
- Kursplus am Freitag: +20,19%
- Wochenergebnis: über +20%
- Auslöser laut Marktdaten: Amazons angekündigte KI-Rechenzentrums-Investitionen von rund 200 Mrd. US-Dollar in diesem Jahr
Amazon als Rückenwind für den Sektor
Der Kurssprung fiel zeitlich mit Amazons Ankündigung zusammen, rund 200 Milliarden US-Dollar in KI-Datacenter-Infrastruktur und Wachstumsprojekte zu investieren. An den Märkten wurde das als Signal gewertet, dass der Investitionszyklus der großen Cloud-Anbieter („Hyperscaler“) weiterläuft.
Für D-Wave ist das vor allem indirekt wichtig: Die Nachricht belebte die sogenannte „AI-Trade“-Stimmung und zog angrenzende Zukunftstechnologien mit nach oben. Quantencomputing gilt dabei als potenziell wichtige Ergänzung, wenn es künftig um extrem hohe Rechenlasten für nächste KI-Modellgenerationen geht.
Strategiewechsel: „Dual-Platform“ im Fokus
Die Bewegung am Freitag trifft auf eine ohnehin aktive, aber schwankungsanfällige Phase. D-Wave treibt zuletzt den Umbau zu einem „Dual-Platform“-Anbieter voran. Gemeint ist ein Angebot aus zwei Technologien: den etablierten Quantum-Annealing-Systemen und der Gate-Model-Technologie, die das Unternehmen ausbaut.
Dazu passen mehrere Schritte aus den vergangenen Wochen:
- Übernahme von Quantum Circuits: Abschluss am 20. Januar. Die Transaktion soll die Expansion in Gate-Model-Quantencomputing untermauern.
- Umzug nach Florida: Der globale Hauptsitz soll nach Boca Raton verlegt werden. Flankiert wird das durch eine neue Partnerschaft mit der Florida Atlantic University (FAU).
- Neue Verträge: Ende Januar meldete D-Wave einen 20-Millionen-Dollar-Vertrag mit der FAU zur Bereitstellung eines Advantage2-Systems sowie einen separaten 10-Millionen-Dollar-Vertrag mit einem Fortune-100-Unternehmen.
Volatilität bleibt ein Thema
Trotz des zweistelligen Tagesplus bleibt die Aktie volatil. Der Sektor-Schub durch die Amazon-Nachricht lieferte Rückenwind, gleichzeitig hängt viel an der operativen Umsetzung: Entscheidend werden in den nächsten Quartalen vor allem die Integration von Quantum Circuits sowie die Abwicklung der neu gewonnenen Defense- und Enterprise-Aufträge sein.
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