CureVac Aktie: Wichtige Hintergründe
Mit dem Ende der Nasdaq-Notierung ist CureVac als eigenständig handelnde Aktie Geschichte. Hintergrund ist die vollständige Übernahme durch BioNTech im Rahmen eines reinen Aktientauschs im Volumen von rund 1,25 Milliarden US‑Dollar. Für den europäischen Biotech-Sektor ist das ein markanter Konsolidierungsschritt – nicht zuletzt wegen der gebündelten mRNA-Patente.
Delisting und Transaktionsrahmen
Das Nasdaq-Delisting wurde gestern wirksam und schließt den Prozess ab, der mit BioNTechs öffentlichem Umtauschangebot im Juni 2025 gestartet war. Bereits am 6. Januar war der Handel mit den CVAC-Papieren ausgesetzt worden, nachdem CureVac bei der US-Börsenaufsicht SEC das Formblatt 25 zur Einleitung des Delistings eingereicht hatte.
Der letzte offiziell festgestellte Kurs lag am 6. Januar bei 4,66 US‑Dollar. In den sieben Tagen davor verlor die Aktie rund 13 Prozent und näherte sich damit dem rechnerischen Wert der Übernahmeofferte an.
Die wichtigsten Konditionen des Deals:
- Struktur: Vollständige Aktien-Transaktion (all-stock deal)
- Umtauschverhältnis: 0,05363 BioNTech-ADS je CureVac-Aktie
- Impliziter Wert bei Ankündigung: 5,46 US‑Dollar je CureVac-Aktie
- Transaktionsvolumen: ca. 1,25 Milliarden US‑Dollar
- Andienungsquote: 86,75 % der ausstehenden Aktien (195.341.219 Stück) bis 18. Dezember 2025
- Formaler Vollzug: 6. Januar 2026
Im Anschluss setzte BioNTech eine zwangsweise Übernahme der verbliebenen Minderheitsaktionäre (Squeeze-out) um. Rechtsträger von CureVac ist nun CureVac Merger B.V., das CureVac N.V. im Wege einer gesetzlichen Verschmelzung abgelöst hat.
Regulatorischer Rückzug aus den USA
Nach Wirksamwerden des Delistings plant CureVac Merger B.V., bei der SEC ein Form 15 einzureichen, um die Registrierung der CureVac-Aktien zu beenden und sämtliche Berichtspflichten nach Sections 13 und 15(d) des Securities Exchange Act auszusetzen. Das Deregistrierungsverfahren soll 90 Tage nach Einreichung des Form 15 abgeschlossen sein.
Für ehemalige Minderheitsaktionäre gilt eine Frist: Rückerstattungsanträge im Zusammenhang mit der Squeeze-out-Abfindung können laut BioNTech-Investor-Relations noch bis zum 27. Januar gestellt werden.
Integration und Patente
BioNTechs Vorstand hat die direkte Kontrolle über CureVac SE übernommen. Das neue Management Board besteht aus Prof. Ugur Sahin, Sierk Poetting und Ramón Zapata-Gomez. Die frühere CureVac-Führung ist nach Abschluss der Transaktion zurückgetreten.
Mit der Übernahme werden langjährige Patentstreitigkeiten zwischen beiden Unternehmen beigelegt und wesentliche mRNA-Schutzrechte unter dem Dach von BioNTech gebündelt. Ein bereits im August 2025 erzielter Vergleich über 870 Millionen US‑Dollar regelte Ansprüche im Zusammenhang mit grundlegenden mRNA-Technologiepatenten; die Zahlungen flossen an CureVac und GSK.
Operative Schwerpunkte von BioNTech
Für die Integration hat BioNTech mehrere Prioritäten definiert:
- Einbindung der CureVac-Produktionsstandorte in Tübingen in das eigene globale Fertigungsnetzwerk
- Zusammenführung komplementärer Kompetenzen in mRNA-Design und -Delivery
- Beschleunigung der Onkologie-Pipeline, insbesondere mRNA-basierter Krebsprogramme
- Konsolidierung und strategische Ausrichtung der kombinierten Patentportfolios
Damit zielt BioNTech klar auf den Ausbau seiner Plattform – sowohl in der Produktion als auch in der klinischen Entwicklung.
Analysten und letzte Geschäftszahlen
Mit dem Delisting endet auch die eigenständige Research-Abdeckung: Das unabhängige Analysehaus AlphaValue kündigte bereits am 6. Januar die Einstellung seiner Berichterstattung zu CureVac an. Zuvor hatten sechs Analysten die Aktie im Konsens mit „Hold“ bewertet, bei einem durchschnittlichen 12-Monats-Kursziel von 6,83 US‑Dollar.
Die letzten eigenständigen Quartalszahlen von CureVac stammen vom 24. November 2025. Der Gewinn lag bei 1,21 Euro je Aktie nach 1,51 Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz betrug 54,1 Millionen Euro – ein Rückgang um 89 % gegenüber 493,9 Millionen Euro im Vorjahr.
Ausschlaggebend war hier vor allem ein Sondereffekt: Im dritten Quartal 2024 war eine einmalige GSK-Lizenzzahlung von 480,4 Millionen Euro erfasst worden, die im Vergleichszeitraum 2025 entfiel. Die Q3‑2025-Zahlen beinhalteten ihrerseits 370 Millionen US‑Dollar aus einem Vergleich mit BioNTech und Pfizer in den USA sowie 50 Millionen US‑Dollar aus einer angepassten GSK-Lizenzvereinbarung.
Ausblick über BioNTech
Ehemalige CureVac-Aktionäre, die ihre Anteile angedient haben, halten nun BioNTech-ADS und sind damit vollständig an der zukünftigen Entwicklung von BioNTech beteiligt. Der nächste wichtige Termin für Einblicke in den Integrationsfortschritt und die finanzielle Wirkung der Transaktion dürften die Q4‑2025-Zahlen von BioNTech sein, die für Ende Februar erwartet werden.
An der Börse bleibt damit BioNTech (NASDAQ: BNTX) die einzige Aktienadresse für Anleger, die an der kombinierten mRNA-Plattform der beiden Unternehmen partizipieren wollen; die eigenständige Marktpräsenz von CureVac ist dauerhaft beendet.
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