Die Übernahme des Tübinger mRNA-Pioniers CureVac durch BioNTech ist seit Januar formell abgeschlossen. Eigentlich sollte der Deal vor allem lästige Patentstreitigkeiten beenden und die Onkologie-Pipeline stärken. Eine Ankündigung der BioNTech-Gründer bringt nun allerdings eine völlig neue Dynamik in die Integration der frisch erworbenen Technologien.

Mitte Januar 2026 verschwand CureVac endgültig vom Kurszettel der Nasdaq. Mit dem 1,25 Milliarden US-Dollar schweren Aktiendeal sicherte sich BioNTech nicht nur wertvolle Forschungsinfrastruktur, sondern entledigte sich gleichzeitig eines teuren juristischen Risikos. CureVac hatte den Mainzer Konzern zuvor wegen angeblicher Patentverletzungen bei COVID-19-Impfstoffen verklagt. Durch die vollständige Eingliederung der Tübinger lösen sich diese drohenden Lizenzkosten nun auf.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei CureVac?

Gründer-Spin-off mischt die Karten neu

Gerade als die Integration der Anlagen anlief, sorgte die BioNTech-Führungsspitze vergangene Woche für eine strategische Überraschung. Am 10. März kündigten die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci an, ein eigenes, unabhängiges Unternehmen aufzubauen. Bis Ende 2026 werden sie sich aus dem operativen Management von BioNTech zurückziehen. Das neue Projekt fokussiert sich auf den Bereich der Next-Generation-mRNA-Forschung – exakt das Feld, in dem CureVac über zwei Jahrzehnte seine Expertise aufgebaut hat.

Diese personelle Weichenstellung beeinflusst die künftige Nutzung der CureVac-Patente direkt. BioNTech selbst will sich künftig stärker auf die späte klinische Entwicklung und die Kommerzialisierung konzentrieren. Die vielversprechendsten CureVac-Assets, wie der Lungenkrebs-Impfstoffkandidat CVHNLC oder die Glioblastom-Studie CVGBM, passen nahtlos in diese Onkologie-Strategie. Offen ist jedoch, welche grundlegenden mRNA-Technologien aus Tübingen künftig bei BioNTech verbleiben und welche in das neue Gründer-Vehikel abwandern, an dem BioNTech eine Minderheitsbeteiligung halten wird.

Harte Zahlen und klare Fristen

Finanziell ist BioNTech für diesen Umbau massiv gerüstet. Trotz eines Nettoverlustes von 1,14 Milliarden Euro im Jahr 2025 sitzt der Konzern auf liquiden Mitteln und Investitionen von über 17 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr 2026 plant das Management mit folgenden Eckdaten:

  • Umsatz: 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro
  • Forschung und Entwicklung (bereinigt): 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro
  • Klinische Ziele: 15 Phase-3-Studien bis Jahresende sowie sieben späte Daten-Readouts

Die strategische Bedeutung der CureVac-Übernahme wird sich an konkreten klinischen Fortschritten messen lassen. In der zweiten Jahreshälfte 2025 steht die wichtige Phase-2-Entscheidung für die Glioblastom-Studie an. Parallel dazu wird der anstehende Management-Wechsel bei BioNTech bis Ende 2026 die genaue Aufteilung der mRNA-Technologien zwischen dem Mutterkonzern und dem neuen Spin-off final definieren.

CureVac-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue CureVac-Analyse vom 16. März liefert die Antwort:

Die neusten CureVac-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für CureVac-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

CureVac: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...