Mit dem Vollzug der Übernahme ist CureVac als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen Geschichte. Seit dem 16. Januar 2026 sind die Aktien des Tübinger mRNA-Pioniers nicht mehr an der Nasdaq gelistet. BioNTech hat die Integration abgeschlossen – und steht nun vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung.

Die Übernahme im Detail

BioNTech hatte die Akquisition am 12. Juni 2025 angekündigt: ein reiner Aktientausch im Wert von 1,25 Milliarden US-Dollar. Je CureVac-Aktie erhielten Anleger 0,05363 BioNTech American Depositary Shares. Rund 86,75 Prozent der ausstehenden CureVac-Aktien wurden im Rahmen des Angebots eingereicht. Die verbleibenden Anteile übernahm BioNTech anschließend per Squeeze-out, der im Januar 2026 abgeschlossen wurde.

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Am 6. Januar 2026 meldete BioNTech den vollständigen Abschluss der Transaktion und beantragte die formelle Streichung aus dem Nasdaq-Register. Die rechtliche Nachfolgegesellschaft CureVac Merger B.V. hat zudem die Aufhebung ihrer SEC-Meldepflichten beantragt. Die endgültige Löschung aus dem Register wird 90 Tage nach Einreichung eines Form 15 erwartet.

Hinweis für betroffene Anleger: BioNTech-Aktien, die über den Squeeze-out zugeteilt wurden, unterliegen einer niederländischen Quellensteuer von 15 Prozent auf Dividenden. Wer seine Anteile bereits im ursprünglichen Angebot eingereicht hatte, ist davon nicht betroffen.

Was BioNTech mit CureVac gewann

Strategisch war der Deal für BioNTech aus zwei Gründen attraktiv: Zum einen erweitert das übernommene IP-Portfolio die eigenen Fähigkeiten in der mRNA-Entwicklung und -Produktion. Konkret erhält BioNTech Zugang zur RNA Printer®-Plattform sowie zum FRAMEpro-Algorithmus zur Antigenidentifikation. Zum anderen beendete die Übernahme laufende Patentstreitigkeiten, die BioNTech andernfalls Royalty-Zahlungen hätten kosten können.

CureVac hatte seinen Fokus bereits vor der Übernahme verschoben: Die meisten Rechte an Influenza- und COVID-19-Impfstoffen wurden an GSK lizenziert. BioNTech übernimmt damit vor allem die Kerntechnologie und die Onkologie-Pipeline – ohne Überschneidungen mit den Infektionskrankheitsprogrammen bei GSK.

Das Geschäftsjahr 2025 spiegelt die Kosten dieser Transformation wider. Der Gesamtumsatz sank auf 2,9 Milliarden Euro, weit unter den Höchstwerten von 2021 und 2022. Der IFRS-Nettoverlust belief sich auf 1,1 Milliarden Euro, maßgeblich bedingt durch den Umbau der klinischen Pipeline von Infektionskrankheiten hin zu Krebstherapien sowie durch einmalige Kosten aus der CureVac-Transaktion.

Gründer verlassen das Unternehmen

Gestern, am 10. März 2026, gab BioNTech bekannt, dass die Mitgründer Uğur Şahin und Özlem Türeci ihre Führungsrollen bis Ende 2026 niederlegen werden. Sie sollen ein neues, unabhängiges mRNA-Unternehmen leiten, an das BioNTech verwandte Rechte und Technologien übertragen will. Das neue Unternehmen soll mit eigenen Ressourcen, Betriebsstrukturen und Finanzierungsmöglichkeiten ausgestattet werden.

Für BioNTech bedeutet das: Die Integration der CureVac-Technologien und der gleichzeitige Abgang der Gründer fallen zeitlich zusammen. Ob die übernommene mRNA-Expertise die Onkologie-Ambitionen des Unternehmens beschleunigt, wird sich an den klinischen Fortschritten der kommenden Jahre ablesen lassen – erste Hinweise liefern die Phase-2-Daten für Pumitamig bei triple-negativem Brustkrebs, die zuletzt positiv ausfielen.

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